MEDITATION IN MÜNCHEN

Zentrum für modernen Buddhismus

ÜMA Newsletter November 2015

Liebe ÜMA Freunde!

November so? Trübselig, neblig, stürmisch, dunkel. Die bunten Blätter, die heiteren Vögel, die Unbekümmertheit des Sommers, die Fülle des Herbstes. Alles weg. Dafür Halloween, Allerheiligen, Totensonntag. O wie gruselig ist der Monat November. Nichts wie weg hier!
Herbst 3_800x532 Buddha 9
Oder so? Wir kommen zur Ruhe. Besinnen uns. Nehmen uns Zeit. Für uns, unsere Familie, unsere Freunde, unsere Meditation, unsere Sangha. Entdecken das Bunte, Heitere, Unbekümmerte und die Fülle im Innern. O wie reich ist der Monat November. Nichts wie hin ins Üma!

Ihr seht: Alles hängt vom Geist ab. Wir freuen uns auf Euren Besuch.
Euer ÜMA Team


Tageskurs „Leerheit – Das Tor zur Befreiung“
Samstag, den 07.11.
mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

MeditationDurch Meditation über die tiefgründingen Lehren Buddhas können wir die Beziehung zwischen unserem Geist und unserer Welt verstehen. Dieses Wissen befreit uns.

 

Zeitplan
09:30 Uhr Anmeldung
10:00 – 11:15 Uhr Vortrag – Meditation – Fragen
11:15 – 11:45 Uhr Pause
11:45 – 13:00 Uhr Vortrag – Meditation – Fragen
13:00 – 15:00 Uhr Mittagspause
15:00 – 16:15 Uhr Vortrag- Meditation – Fragen
16:15 – 16:45 Uhr Pause
16:45 – 18:00 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen

Kosten
pro Tag €25
mit ZK frei

Anmeldung
www.meditation-in-muenchen.de/kurs-konzentration/


AnandaSüddeutsche Dharmafeier 2015 in München (Haus International)
27. – 29. November
mit Gen Kelsang Ananda

Avalokiteshvara Ermächtigung & Kommentar zu den essenziellen Übungen des Avalokiteshvara Tantra,
bekannt als die „vier Konzentrationen“

1000 armiger Ava - Spring 2013Verlassen wir uns aufrichtig auf Buddha Avalokiteshvara und rezitieren voller Vertrauen sein Mantra OM MANI PÄME HUM, so vertiefen wir unsere Verwirklichungen der Stufen des Pfades, insbesondere unser großes Mitgefühl, und erlangen schließlich die erhabene Buddhaschaft im Reinen Land der Glückseligkeit.

Erlebt auf der Süddeutschen Dharmafeier den modernen Buddhismus und verbringt gleichzeitig einen sinnvollen spirituellen Urlaub im Kreis der Sangha im Herzen von München.

Ort:
„Haus International“ in München-Schwabing
SDDF 1 SDDF 2 SDDF 4

Ablauf:
27.11. Einführung mit Gen Kelsang Ananda
28.11. Meditation – Segnungsermächtigung – Unterweisung
29.11. Meditation – Unterweisung zum Avalokiteshvara Tantra

Kosten:
• Ganze Veranstaltung inkl. Mittagessen €100
• Einzelne Tage inkl. Mittagessen
Freitag €15
Samstag €60
Sonntag €40
• Ganze Veranstaltung inkl. Übernachtung, Frühstück, Mittagessen
EZ €185 – €240
DZ €170 – €205
MBZ (4 Betten) €160
SDDF 5 SDDF 6
mit ZK plus frei


Anmeldung

www.meditation-in-muenchen.de


DAS WOCHENPROGRAMM IM ÜBERBLICK
Buddha welcome

GRUNDLAGENPROGRAMM AM MONTAG & SAMSTAG

wie wir den Geist verstehen_coverWie wir den Geist verstehen
Dieses Buch bietet tiefe Einsichten in unseren Geist. Es zeigt, wie wir unser Verständnis der Natur und Funktion unseres Geistes in unserem Alltag umsetzen und damit unser Leben verwandeln können.

Samstag 21.11.
10 – 15 Uhr mit Diskussion

Montag 02.11. – 09.11. – 16.11. – 23.11.
19 Uhr

Jeder ist willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Man muss weder Buddhist noch meditationserfahren sein. Es reicht, Interesse und Freude an Buddhismus und Meditation zu haben und sich ein lebensnahes Studium zu wünschen. Dann seid ihr hier genau richtig!

Infos unter www.meditation-in-muenchen.de


PROGRAMM AM DIENSTAG

Meditationen zur Entspannung

Buddha mit KatzeMeditieren lernen – inneren Frieden entdecken
18:15 bis 19 Uhr
€5, mit ZK frei

03.11. Klarheit
17.11. Ursprungsgeist
24.11. Ursprungsgeist

Wir machen uns an diesen Abenden anhand von einfachen, aber kraftvollen Meditationen, wie zum Beispiel Atemmeditation, mit Meditation im Allgemeinen vertraut. Nach einer kurzen Einführung setzen wir das Gehörte in einer angeleiteten Meditation um. Wir kommen zur Ruhe, machen kleine Erfahrungen und können danach Fragen klären.


Vorträge mit angeleiteter Meditation

GeistLernen, den eigenen Geist zu verstehen
19:30 – 21 Uhr
€8, mit ZK frei

03.11. Hindernisse für die Meditation überwinden
10.11. Wertschätzende Liebe – das gute Herz
17.11. Großes Mitgefühl – unser Buddhasamen
24.11. Der Erleuchtungsgeist

Verstehen wir unseren eigenen Geist, dann verstehen wir die anderen und somit die ganze Welt. Alles hängt vom Geist ab. Der Geist ist der Schöpfer von allem. Deshalb ist nichts wichtiger, als den eigenen Geist zu verstehen.


PROGRAMM AM MITTWOCH

Mittagsmeditation

Meditation9_800x536Meditieren lernen. Inneren Frieden entdecken.
12:00 – 12:45 Uhr
€5, mit ZK frei

04.11. Ursprungsgeist
11.11. Ursprungsgeist
18.11. Liebe
25.11. Liebe

In der Meditation aktivieren wir unser Potenzial für inneren Frieden. Atemmeditation reduziert unseren Stress. Die sorgenvollen Gedanken lösen sich auf. Es entsteht Raum für Neues.


Abend-Kompaktkurse

Meditation HappinessÄngste überwinden

Mittwoch 04.11. Teil II

Am ersten Abend lernten wir buddhistische Meditationen, die uns helfen, unsere inneren Ängste abzubauen. Mit diesem „Rüstzeug“ übten wir uns eine Woche lang im Alltag, um tiefe Erfahrung mit innerem, geistigen Frieden zu machen. Am zweiten Abend klären wir nun Hindernisse, die vielleicht bei der Übung aufgetreten sind und vertiefen unser Verständnis von Meditation. So kann dieser Kurs ein optimaler Einstieg in einen neuen Umgang mit unserem Geist sein.


Buddha1Einführung in den Buddhismus

Mittwoch 11.11. Teil I
Mittwoch 18.11. Teil II

Am ersten Abend lernen wir die Grundlagen des Buddhismus und buddhistischer Meditation kennen. Danach wenden wir eine Woche lang das Erlernte im Alltag an. Am zweiten Abend klären wir Hindernisse, die vielleicht bei der Übung aufgetreten sind und vertiefen unser Verständnis von Meditation. So kann dieser Kurs eine optimale Möglichkeit sein, unser Verständnis des Buddhismus zu vertiefen!

Zeiten jeweils
18:30 Uhr Beginn Anmeldung
19:00-20:00 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
20:00-20:15 Uhr Teepause
20:15-21:15 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen

Kosten
€30 für beide Abende, mit ZK frei

Anmeldung
www.meditation-in-muenchen.de


PROGRAMM AM DONNERSTAG

Kadampa Meditation

MeditationMeditieren lernen – Inneren Frieden entdecken
18:15 – 19 Uhr
€5, mit ZK frei

5.11. – 12.11. – 19.11. – 26.11.

In der Meditation entdecken wir unser Potenzial für inneren Frieden. Schritt für Schritt machen wir uns mit der Kunst der Meditation vertraut. Grundlage ist Das neue Meditationshandbuch des Ehrwürdigen Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche.

Die Meditationen folgenden Themen der Veranstaltung Vortrag & Meditation am Dienstag. Der Abend kann also eine Vertiefung des Themas vom Dienstag oder ein unkompliziertes „Reinschnuppern“ in Meditation sein.


Offener Meditationsabend

SteineAtem – Konzentration – Innerer Frieden
19:30 – 20:45 Uhr
€7, mit Zentrumskarte frei

05.11. Ursprungsgeist
12.11. Annehmen
19.11. Liebe
26.11. Liebe

Hier üben wir Meditationen, die zu einem glücklichen und sinnvollen Leben führen. Wir können an diesem Abend sowohl unverbindlich in Meditation „reinschnuppern“ als auch tief in die Meditation einsteigen. Unser Wunsch ist das Entscheidende.


PROGRAMM AM SAMSTAG

Samstagskurs „Eine reine Welt erschaffen“
14.11. von 13 – 16 Uhr
mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

MandalaIn diesem Kurs machen wir uns mit der Praxis der Mandala Darbringung vertraut. Mandala Darbringung ist eine tiefgründige Meditation, in der wir durch Imagination unermesslich viele Verdienste (positive Energie) ansammeln. Dadurch können wir schnell Fortschritte in unserer spirituellen Schulung machen.

Zeiten
12:30 Uhr Anmeldung
13:00 – 14:15 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
14:15 – 14:45 Uhr Pause mit Tee+ Gebäck
14:45 – 16:00 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen

Kosten
€15, mit ZK frei

www.meditation-in-muenchen.de


PROGRAMM AM SONNTAG

Kompaktkurse
14:30 – 18:30 Uhr
€30, mit ZK frei

Liebe 2Sorge dich nicht – lebe!
am 01.11.

In diesem Kurs lernen wir Meditationen kennen, die uns ganze neue Möglichkeiten aufzeigen, mit Sorgen und Problemen umzugehen. Dadurch können wir einen leichten, positiven Geist entwickeln und bewahren, auch wenn unsere äußeren Bedingungen schwierig sind.


MeditationMeditieren lernen am 15.11.

Meditation ist das Herz eines spirituellen Weges. Durch Meditation kommen wir zur Ruhe, erleben inneren Frieden und es entsteht Raum für eine neue Richtung in unserem Leben. Neue Möglichkeiten mit Stress und Schwierigkeiten des Alltags umzugehen eröffnen sich. Meditation ist die Reise zu uns selbst.

Zeiten jeweils

14:15 – 14:30 Uhr Anmeldung
14:30 – 15:30 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
15:30 – 16:00 Uhr Pause mit Tee und Gebäck
16:00 – 17:00 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
17:00 – 17:30 Uhr Pause mit Tee und Gebäck
17:30 – 18:30 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen

Anmeldung
www.meditation-in-muenchen.de


PUJA GESAMTÜBERSICHT

PujasMo 02.11. Herzjuwel 18 Uhr
Mo 09.11. Herzjuwel 18 Uhr
Di 10.11. Darbringung an den spirituellen Meister 17 Uhr
Mo 16.11. Herzjuwel 18 Uhr
Mo 23.11. Herzjuwel 18 Uhr
Mi 25.11. Darbringung an den spirituellen Meister 19 Uhr


Aus dem Leben der Kadampas

Ausflug in ein buddhistisches Zentrum
Wir haben Ende des letzten Schuljahres, am 24.07.2015, mit der Klasse 8a unter der Leitung von Herrn Vogel einen Ausflug in das buddhistische Zentrum hier in München unternommen. Nachdem wir dort angekommen sind, gab uns Frau Kohring eine Einführung in die Religion des Buddhismus. Danach durften wir es uns auf Sitzkissen bequem machen. Wir haben von Frau Kohring eine Einweisung bekommen, wie wir meditieren können und haben es dann mit geschlossen Augen selbst versucht. Es war ein tolles Erlebnis. Im Anschluss haben wir über den Buddhismus einiges erfahren, ehe wir dann eine Pause gemacht und uns gestärkt haben. Zu guter Letzt beantwortete Frau Kohring all unsere zuvor gesammelten Fragen zum Buddhismus. Anschließend sind wir wieder nach Hause gefahren. Es war ein toller Tag, an dem wir interessante Einblicke in diese faszinierende Religion bekommen haben.
Dennis Jendros

Und das wollten die Schüler und Schülerinnen der 8a der Städt. Carl-Spitzweg-Realschule in München wissen:

• Was ist ein Buddha eigentlich genau?
• Warum gibt es keinen Gott im Buddhismus?
• Warum sitzt Buddha meistens im Schneidersitz da?
• Seit wann gibt es den Buddhismus?
• Was lehrte Gautama Siddharta?
• Wie viele Anhänger hat der Buddhismus?
• In welchem Land gibt es die meisten Buddhisten?
• Welche unterschiedlichen Arten von Buddhismus gibt es? Welcher gehören Sie an?
• Sind im Buddhismus Kühe auch heilig oder nur im Hinduismus?
• Haben Buddhisten auch so einen roten Punkt auf der Stirn wie die Hindus?
• Ist der Buddhismus auch vom Kastensystem beeinflusst wie der Hinduismus?
• Was kann man tun, damit man ein besseres Karma bekommt?
• Was ist das wichtigste Gebot im Buddhismus?
• Warum heißt der Bodhibaum Bodhibaum? Was ist das genau für ein Baum? Gibt es im buddhistischen Zentrum München auch einen Bodhibaum?
• Wie oft sollen Sie im buddhistischen Zentrum beten?
• Gibt es bei Ihnen im buddhistischen Zentrum so etwas wie einen Pfarrer? Gibt es im Buddhismus so etwas wie einen Papst?
• Was sind die größten Unterschiede zwischen Buddhismus und Christentum?
• Wie sind Sie eigentlich zum Buddhismus gekommen? Was fasziniert Sie am Buddhismus?

Es hat sehr viel Spaß gemacht, diese interessanten Fragen zu beantworten. Alle Schülerinnen und Schüler haben toll mitgemacht, waren zwei Stunden lang hochkonzentriert und es war mucksmäuschenstill bei den Meditationen. Ein großes Kompliment dafür und vielen Dank an Herrn Vogel, der die Klasse so gut auf den Besuch vorbereitet hatte.
Bärbel


 

Unsere ÜMA Mäuse

Das brennende Haus

Maus            Maus            Maus

Unsere Mäuse haben in ihre Schränke geschaut und aufgeräumt. Besser gesagt ausgeräumt. Obwohl sie sehr entschleunigt leben und weniger konsumfreudig sind als früher, sammelt sich mit der Zeit doch immer wieder einiges an, das sie nicht brauchen.

So haben sie alles Mögliche wie Bücher, Kleidung und Geschirr zusammengepackt. Einige Freundinnen haben Sachen wie Stofftiere, Kinderkleidung und Küchengeräte vorbeigebracht. Und Gabi, ihre beste Freundin, hat alles in ihr großes Auto gepackt und ist mit ihnen zur Bayernkaserne gefahren, in denen viele Flüchtlinge untergebracht sind. Dort haben sie alles abgeliefert und sich gleichzeitig ein bisschen umgeschaut.

Nun sitzen die Mäuse zusammen mit Gabi im gemütlichen ÜMA in der Runde, trinken wie üblich ihren Tee, futtern leckere Haferkekse und Schokolade und es fehlen ihnen zum ersten Mal (fast) die Worte. Was kann man zu diesem Elend sagen? Schließlich seufzt Gabi: Diese Welt ist wirklich ein brennendes Haus. Sie alle nicken. Wie wahr!

Sie kennen Buddhas Gleichnis vom brennenden Haus. Sie mögen Gleichnisse. Man versteht sie sofort. Und dieses Gleichnis schätzen sie ganz besonders. Als sie es zum ersten Mal hörten, war ihnen sofort alles klar. Ein riesengroßes Haus, unsere ganze Welt, unser Universum, brennt lichterloh an allen vier Seiten. Es sind die Flammen von Altern, Krankheit, Tod und Geburt, denen keiner entgeht. Im Gleichnis spielen Kinder in dem Haus. Seit anfangsloser Zeit werden sie dort geboren und verbrennen, ohne Freiheit, ohne Wahl. Meist sind so sehr in ihr Spiel vertieft, dass sie die Flammen nicht hören, nicht riechen, nicht sehen und nicht spüren. Und wenn sie sie hören, riechen, sehen und spüren, dann ist es zu spät. Wer sind diese Kinder? Wir sind das!

Nun brennt dieses Haus wirklich lichterloh. Und jeder weiß es. Allein sechzig Millionen Menschen, so haben sie gehört, sind derzeit auf der Flucht. Sechzig Millionen! Das muss man sich mal vorstellen. All jene hören, riechen, sehen und spüren die Flammen. Doch wohin können sie fliehen? Und wer nimmt sie auf?

Zu viele denken: Das ist nicht mein Problem. Andere denken: Bleibt bloß weg. Ich will nicht mit euch untergehen. Wieder andere aber öffnen ihr Herz und helfen. Erwartungslos und bedingungslos. Sie haben so eine Ahnung, dass die Flammen über kurz oder lang auch sie ereilen werden und haben Mitgefühl. Das ist das Gute am Leiden, Sinn und Chance zugleich, sagt Shantideva. Wir könnten rechtzeitig aufwachen, bevor die Flammen uns alle verbrennen und das Tor zur Befreiung, das so klein ist wie ein Nadelöhr, suchen und finden.

Die Mäuse und Gabi sind schon aufgewacht. Sie sehen, hören, riechen die Flammen. Die ganze Zeit. Auch wenn sie noch verschont bleiben und sie nicht an Haut & Haaren, Fell & Pfoten spüren. Sie wissen, dass es einen Weg hinaus gibt. Sie kennen diesen Weg. Sie gehen ihn sogar oder versuchen es nach Kräften. Und denken dabei sie nicht nur an sich, sondern auch an alle anderen. Das sind nicht bloß Worte. Das ist die Wahrheit.

So sitzen sie in der Runde und machen sich ihre Gedanken.

Nach einer Weile lächelt die erste Maus und sagt: Ich habe vor kurzem im Radio etwas sehr Schönes gehört. Ein kleines Mädchen wurde gefragt: Sind bei euch in der Kita auch so viele Ausländer? Sie dachte kurz nach und sagte dann: Nö! Nur Kinder.

Ist das schön! So sind Kinder. Offen und unbefangen. Die zweite Maus meint: Wird nicht irgendwo gesagt, wir sollten so werden wie die Kinder? Stellt euch vor, einer fragt Gabi: Na, gibt es bei dir in der Schule auch so viele Ausländer? Und sie sagt spontan: Nö! Nur Menschen.

Nach einer kleinen Pause sagt die dritte Maus: Und stellt euch vor, jemand würde uns fragen, ob es bei uns in München wirklich so viele Flüchtlinge gibt. Was würden wir spontan sagen? Die Mäuse und Gabi brauchen keine Sekunde zum Überlegen und es ertönt im Chor: Nö! Nur Mütter.

Sie lachen frei heraus. So ist es. Keine Fremden. Keine Feinde. Keine Freunde. Keine Einheimischen. Keine Flüchtlinge. Keine Schwarzen, Gelben, Roten, Weißen. Nur Mütter!

Und sie widmen all das Gute, das sie heute getan, gesagt und gedacht haben, dem Wohle aller Mutterwesen. Mögen sie alle so schnell wie möglich unversehrt und für immer dem brennenden Haus entkommen.


Gras im SonnenlichtGras im SonnenlichtGras im Sonnenlicht

Launen eines Korbflechters

Solange unsere Meinungen für uns entscheiden
Schlagen wir keine Wurzeln im Dharma

***

Einsamkeit
Stiller klarer Wind
Schattenloser Raum ohne Grenzen
Als wäre nie die Welt gewesen
Ich klein und belanglos
Als wäre ich Teil von ihr
Das Geschehen begleitet mich überlässt mich ihr

Im geborgenen Schoße der Unendlichkeit
Schreitet der Mast mit vollen Segeln voran
Den Wind im Rücken
Einsamkeit nimmt langsam die Stille auf
Nährt sich
Atmet mit für einen Augenblick
Nichtverstrickt stillt sie den Raum
Nackt ist sie
Leer und ungebunden wie das Meer
Ein Ruder ohne Bewegung
Stille und Klarheit ihre Anmut
Der Raum ihre weißen Flügel

Einsamkeit
Ist weder Schatten noch Lichtung
Sie versetzt uns in die Mitte
Überschreitet Entfernungen
Sprengt den Tod den Horizont
Ein maskenfreier Schatten
Begleitet uns als Lebensgefährte
Ich höre ihr zu
Ungreifbar unberührbar bleibt sie
Tief ergriffen bin ich
Sie nimmt sich meiner an

Einsamkeit
Nimmt man wahr
Wenn wir uns nach ihr sehnen
Vermisst die Wüste
Ihre wundervolle weibliche Landschaft
Vermisst der Ozean
seine starken großen Wellen seine Brandungen
Vermisst der Raum
seine Länder Kontinente seine Städte
Vermisst der Marktplatz
Seine Dorfbewohner seine Stimmung
Seine Glocken seinen Chor
Seinen Rausch sein Treiben

Sind die Berge und Wälder einsam
Sind die Sterne und Wolken einsam
Sind die Felsen und Seen einsam
Sind Narren und Tänzer einsam
Gewahrsein
Ist die Brücke unserer Welt – ihr Schöpfer
Schneiden wir etwas von ihr ab
Verblutet jene Einsamkeit
Hält nicht länger an
Wird kleiner ichvoller und einsamer

Wer ist einsam
Die die sich nicht fürchten können
Die die nicht fallen können
Die die nicht schreien können
Die die nicht rufen können
Die die nicht bluten können
Einsam sind jene
Die nicht leben können

Einsam sind nicht
Die Hungernden die Dürstenden
Einsam sind jene
Die sich keine Einsamkeit vorstellen
Einsam sind jene
Die keine Entbehrungen kennen
Einsam sind jene
Die keine Sehnsüchte haben
Unsere Erwartungen unsere Hoffnungen
Machen uns einsam
Unsere Krankheiten
Werden zu unseren treuen Lebensgefährten
Begleiten uns bis zur letzten Schwelle

Einsam sind jene
Die keine Ufer haben
Die den Fluss nicht sehen
Ihr Gefieder verlieren
Deren Körperteile
Wie welke Blätter zu Boden fallen
Einsamkeit
Nimmt die Erde wie eine Insel auf
Betrachtet sie wie eine Wolke am Firmament
Wie ein Kind in ihrem Schoße

Einsamkeit
Ist gleich einem Wunschkind ungeboren
Leer von Augen Ohren und Mund
Leer von Leben Fülle und Freude
Sie muss werden
Sie muss wachsen
Einsamkeit sucht uns immer
Während wir ihr stets entfliehen

Einsamkeit
Ist eine Krankheit
Krankheiten sind nie einsam
Leiden ist keine Krankheit
Leiden ist Leben
Einsamkeit lebt nicht
Ist nicht geboren
Kann auch nicht sterben
Einsamkeit lähmt
Ist Raum ohne Wind
Ohne Leben ohne Bewegung

Ich muss Einsamkeit
Zuerst in Luft verwandeln
Dann Luft in Raum
Raum in Vision
Vision in Fülle
Fülle in Gegenwart
Gegenwart in Zeit
Zeit in Landschaft
Landschaft in Leben
Leben in Nahrung
Nahrung in Erfahrung
Erfahrung in Begleitung
und Begleitung in Buddhas und Bodhisattvas
Einsamkeit verwandelt
Kommt zu ihrem wahren Antlitz
Wie eine Wolke
Die sich ihres Schattens entkleidet
Folgt sie schrittweise
Mit Augen und Ohren
Dem Fluss meiner Erfahrungen
Und für einen Augenblick –
Atmet sie mit

Einsamkeit
Gleicht einer dunklen Nacht
Unsere Augen ruhen
Götter und Göttinnen kehren ein
Knospen der Einsicht
Der Sammlung und Kontemplation brechen auf
Blüten fächern sich
Einsamkeit wird zu meiner Gefährtin

Einsamkeit
Ist ein Körper ohne Flügel
Weisheit befreit sie
Von ihrer Trägheit ihrer Schwere
Hinter dem Horizont
Verwandelt sie sich

***

Gras im SonnenlichtGras im SonnenlichtGras im Sonnenlicht


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