MEDITATION IN MÜNCHEN

Zentrum für modernen Buddhismus

ÜMA Newsletter Juni 2016

Liebe ÜMA Freunde!

Das Highlight des Monats ist der Start ins neue Studienprogramm am 6. Juni.

Freudvoller WEgDas Buch Freudvoller Weg von Geshe Kelsang Gyatso bietet die wirklich einmalige Gelegenheit Buddhas Lehren in ihrer Gesamtheit systematisch zu studieren. Diese Gelegenheit wird so schnell nicht wiederkommen. Lasst sie Euch nicht entgehen. Und wenn Ihr nur zum Schnuppern kommt. Es lohnt sich.

Wir freuen uns auf Euch.
Euer ÜMA Team


FORTLAUFENDES ÜMA PROGRAMM

Buddha welcome

GRUNDLAGENPROGRAMM AM MONTAG & SAMSTAG

Neuer Start am 06.06.
Studienprogramm Freudvoller Weg
mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

Geshe-laFreudvoller Weg präsentiert den vollständigen buddhistischen Pfad zur Erleuchtung. Jede Stufe unserer spirituellen Reise wird außerordentlich klar, bildhaft und praktisch beschrieben und so ist dieses Buch ein unverzichtbarerer Wegbegleiter. Es ist alles in einem: Grundlage, Pfad und Ziel. Wer wirklich wissen will, wie Erleuchtung „geht“, sollte mit uns dieses Buch studieren & praktizieren. Jeder ist herzlich willkommen. Es zumindest einmal versucht zu haben ist ein immens kostbarer Schritt.

Infos unter http://meditation-in-muenchen.de/veranstaltungen-im-uma/montag/grundlagenprogramm/ oder direkt im Zentrum.


MEDITATION & VORTRAG AM DIENSTAG

1.
Meditation zur Entspannung

mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

WasserMeditieren lernen – inneren Frieden entdecken
18:15 bis 19:00 Uhr
5 €

mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

07.06. Reines Licht
14.06. Reines Licht
21.06. Inspiration

Wir machen uns mithilfe einfacher, aber kraftvoller Meditationen, wie zum Beispiel Atemmeditation, mit Meditation im Allgemeinen vertraut. Wir werden innerlich ruhig, machen kleine Erfahrungen und können alle Fragen klären.

***

2.
Vortrag mit Meditation
mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

AtishaFreudvoller Weg
19:30 – 21 Uhr
8 €
mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

07.06. Wie ein Bodhisattva  handeln
14.06. Schulung in Konzentration I
21.06. Schulung in Konzentration II
28.06. Meditation über Leerheit

Die Vorträge folgen dem Buch Freudvoller Weg des Ehrwürdigen Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche. Deshalb können wir das jeweilige Thema im Buch zu Hause nachlesen und vertiefen. So entwickeln wir Weisheit.


MEDITATION & KOMPAKTKURS AM MITTWOCH

1.
Mittagsmeditation

mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

Meditation 5Meditieren lernen. Inneren Frieden entdecken.
12:00 – 12:45 Uhr

5 €
mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

01.06.  Reines Licht
08.06.  Reines Licht
15.06.  Inspiration
22.06.  Inspiration
29.06.  Lichtkörper

In der Meditation entdecken wir unser Potenzial für inneren Frieden. Nur der innere Frieden ist echter Frieden. Ohne inneren Frieden gibt es keinen äußeren Frieden. Wir füllen unser Leben mit Freude und lösen unsere alltäglichen Probleme. Schritt für Schritt lernen wir die Kunst der Meditation. Wir folgen Karl Valentin, der sagte: Kunst kommt von Können, nicht von Wollen. Sonst hieße es ja Wunst.

***

2.
Kompaktkurs am Abend

mit Zentrumslehrer Holger Hetzel
jeweils 19:00 – 21:15 Uhr

GeistÄngste lösen durch Meditation
08.06. Teil I

15.06. Teil II

Am ersten Abend lernen wir die Grundlagen der Meditation und die Praxis des Annehmens kennen. Diese Übungen sind kraftvolle Methoden, um einen neuen und heilsamen Umgang mit unseren Ängsten zu finden. Danach können wir eine Woche lang das Erlernte im Alltag anwenden.

Am zweiten Abend klären wir Hindernisse, die vielleicht bei der Übung aufgetreten sind, und vertiefen unser Verständnis dieser Methoden. Deshalb ist dieser Kurs als optimaler Start in eine lebendige Meditationspraxis gedacht.

Zeitplan jeweils
18:30 Uhr                      Beginn Anmeldung
19:00-20:00 Uhr         Vortrag + Meditation + Fragen
20:00-20:15 Uhr         Teepause
20:15-21:15 Uhr          Vortrag + Meditation + Fragen

Kosten
30 € für beide Abende
mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

Bitte anmelden unter
http://meditation-in-muenchen.de/aengste-loesen-durch-meditation-8-15-6/


MEDITATIONEN AM DONNERSTAG

1.
Meditationen für ein glückliches Leben
mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

Brücke 3Lamrim Meditationen kennenlernen
18:15 – 19 Uhr

5 €
mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

02.06. – 09.06. – 16.06. – 23.06.

In der Meditation erleben wir, wie wir wirkliches Glück nur in uns selbst entdecken. Mit den außergewöhnlich kraftvollen Meditationen des Lamrim, wie zum Beispiel mit Meditationen über unser kostbares menschliches Leben, Liebe und Mitgefühl, machen wir uns mit der Kunst der Meditation vertraut.

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2.
Offener Meditationsabend

mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

Meditation rotes HerzMeditieren lernen – Inneren Frieden entdecken
19:30 – 20:45 Uhr
7 €
mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

02.06.  Geben
09.06.  Nehmen und Geben in Verbindung mit der Atmung
16.06.  Innerer Frieden
23.06.  Reines Licht
30.06.  Reines Licht

Erst in der Meditation entdecken wir, wie riesengroß unser Potenzial für inneren Frieden ist. Wir erleben, wie wir unser Leben mit Freude erfüllen und alltägliche Probleme lösen können. Schritt für Schritt machen wir uns mithilfe einfacher, aber kraftvoller Meditationen mit der Kunst der Meditation vertraut.


HALBTAGESKURSE AM SAMSTAG

1.
Darbringung an den spirituellen Meister am 04.06.

mit Zentrumslehrer Holger Hetzel
14:00 – 18:00 Uhr
kostenfrei

Je TsongkhapaDieser besondere Feiertag Buddhas Tag des Drehens des Dharma Rades ist gleichzeitig der Geburtstag des Ehrwürdigen Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche. Wir machen uns mit der tiefgründigen Praxis der Darbringung an den spirituellen Meister vertraut und danach feiern wir diesen besonderen Tag.

Zeitplan
13:30 Uhr              Anmeldung
14:00-17:00 Uhr Vortrag + Meditation+ Fragen (mit einer Pause von 30 min)
17:00-18:00 Uhr da wird gefeiert!

Jeder ist herzlich eingeladen.

Bitte anmelden unter
http://meditation-in-muenchen.de/kurs-darbringung-an-den-spirituellen-meister-4-6/

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2.
Dharma Beschützer Dorje Shugden am 11.06.
mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

14:00 – 17:00 Uhr
15 €
mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

Frühling 14 Dorje Shugdän„Je Tsongkhapa selbst erscheint als Dorje Shugden, um seine Lehre der mündlichen Ganden Überlieferungslinie vor dem Degenerieren zu bewahren, indem er Hindernisse beseitigt, die notwendigen Bedingungen schafft und den Praktizierenden dieser Unterweisungen kraftvolle Segnungen gewährt.
Wenn wir uns beständig auf Dorje Shugden verlassen, wird er für uns sorgen wie eine Mutter für ihr Kind. Er wird uns auf den richtigen, den befreienden Pfad führen, unsere Hindernisse befrieden, günstige Bedingungen für uns schaffen und uns kraftvolle Segnungen gewähren.
D
adurch werden unsere Weisheit, unser Mitgefühl und unsere spirituelle Kraft zunehmen und wir werden mühelos Fortschritte auf dem schnellen Pfad zur Erleuchtung machen, den Je Tsongkhapa uns zeigt.
Dorje Shugden sitzt auf einem Schneelöwen. Dies zeigt seine Furchtlosigkeit, da er die Selbstwertschätzung vollkommen aufgegeben hat.“
Ehrwürdiger Geshe Kelsang Gyatso

Jeder ist herzlich willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Zeitplan:
13:30 Uhr              Anmeldung
14:00-17:00 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen (mit 30 min Pause)

Bitte anmelden unter
http://meditation-in-muenchen.de/kurs-dharmabeschuetzer-dorje-shugdaen-11-6/


KOMPAKTKURSE AM SONNTAG
mit Zentrumslehrer Holger Hetzel

14:30 – 18:30 Uhr
30 €
mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

Zeitplan jeweils
14:15 – 14:30 Uhr Anmeldung
14:30 – 15:30 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
15:30 – 16:00 Uhr Pause mit Tee und Gebäck
16:00 – 17:00 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
17:00 – 17:30 Uhr Pause mit Tee und Gebäck
17:30 – 18:30 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen

1.
Meditation
Meditieren lernen am 05.06.
An diesem Nachmittag üben wir verschiedene einfache Meditationen, die für jeden geeignet sind, ob Buddhist oder Nichtbuddhist. Obwohl die Meditationen sehr leicht zu üben sind, haben sie große Kraft, unser Leben positiv zu beeinflussen.

Bitte anmelden unter
http://meditation-in-muenchen.de/kompaktkurs-meditieren-lernen-5-juni/

***

2.
MeditationUmgang mit Stress am 12.06.
Wir lernen durch Schulung in Meditation einen neuen Umgang mit schwierigen Situationen. Buddha zeigt uns, wie wir auch in hektischen, anstrengenden Zeiten einen glücklichen und entspannten Geist bewahren können. Und der Stress … war einmal!

Bitte anmelden unter
http://meditation-in-muenchen.de/kompaktkurs-umgang-mit-stress-12-6/


PUJAS – GESUNGENE GEBETE – GESAMTÜBERSICHT

Die Teilnahme an Gruppengebeten oder Pujas sind kraftvolle Methoden, um Buddhas Segnungen, Inspiration und Schutz zu erhalten. Jeder ist herzlich eingeladen teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Puja06.06. 18:00 Herzjuwel
10.06. 18:00 Darbringung an den spirituellen Meister
13.06. 18:00 Herzjuwel
20.06. 18:00 Herzjuwel
27.06. 18:00 Herzjuwel


Aus dem Leben der Kadampas

Wie alles begann!

2004 war ich das erste Mal im Manjushri KMC auf dem Sommerfestival, um die Amitayus Ermächtigung zu erhalten. Bärbel, Gabi, Gerti und ich teilten uns gemeinsam ein Zimmer und verbrachten gemeinsam eine sehr schöne Woche. In einem Bauwagen, der damals als Marketplace diente, fand ich ein Heft, in dem erklärt wurde, wie man Roben unserer Tradition näht. Agnes - Robennäherei_618x600Ich dachte voller Begeisterung: „Wow, das kann man auch selber machen?!“ und legte das Heft zur Seite, obwohl ich es sehr gerne gekauft hätte. Damals entstand der Wunsch, Roben zu nähen.

Im Jahr 2008 besuchte ich schließlich den einwöchigen Nähkurs im Tara Zentrum in England. Wir lernten in Windeseile, wie man den gelben Robenumhang (Chögy) und die Robenweste (Donka) näht. Den Rest sollte sich jeder zu Hause selbst beibringen.

Der Chögy stellt die 21 Stufen des Pfades zur Erleuchtung durch 21 Felder dar, die einerseits Reisfelder und andererseits die 21 Lamrim Meditationen symbolisieren. Der Chögy hat in seinen Ecken Dreiecke, die paarweise angeordnet sind. Diese stellen den Lotos dar, der für Entsagung steht, das bedeutet, dass der Agnes - Chögy klein_450x600spirituelle Pfad aus Entsagung entsteht. In den Ecken der einzelnen Felder sind blaue Stickereien zu sehen, die Krähenfüße darstellen. Ich fragte Kelsang Sertig, was diese bedeuten, und sie antwortete, ich solle doch die Krähen fragen. Aber ich habe lieber mich selbst gefragt und kam zu der Schlussfolgerung: Wenn man die Stufen des Pfades zur Erleuchtung gewissenhaft übt, erlangt man das ruhiges Verweilen. Hat man das ruhige Verweilen erlangt, besitzt man Wunderkräfte. Krähenfüße bedeuten für mich, dass man Wunderkräfte hat. Ihr könnt euch ja selber Gedanken machen, vielleicht kommt noch was Schöneres hervor?

Das war das Nähstudio des Tara Zentrums in England um 2008, jetzt ist das Zentrum zur ersten Schule unserer Tradition Agnes - NähkursTara Zentrum 2008_800x544geworden. Links im Bild sitzt, mit der hellroten Weste, unsere Ausbilderin, die aus London kam. Davor sitzt eine englische Schneiderin, die sagte, dass das Nähen einer Donka so zeitaufwendig sei: „Da habe ich ja in der Zeit schon ein ganzes Wedding Dress genäht!“ Rechts steht lachend Kelsang Karuna aus den USA. Sie konnte schon Roben nähen, machte aber trotzdem den Kurs mit. Dahinter sitzt an der Nähmaschine eine Nonne aus Hongkong, die ihre ersten Nähfertigkeiten erwarb. Es fehlt auf dem Foto Shailee aus London, die uns auch ausgebildet hat, eine Nonne aus New Zealand und zwei Engländerinnen.

Bevor wir mit dem Nähen starteten, wurde ich von meiner Ausbilderin gefragt, für wen ich denn nähen würde? Ich dachte nach: „Ich bin aus Deutschland und wer leitet das?“ So kam ich zu dem Schluss, dass ich für Gen Ananda nähen wollte. „ Oh!“, sagte man mir, „dann musst du den größten Chögy nähen.“ Als Agnes - Nonnen mit Schirm_422x600ich mit dem riesigen Chögy fertig war, nähte ich meine erste Donka. Beides habe ich gekauft, damit ich es weitergeben konnte. Der Chögy ist dann ein Geburtstagsgeschenk für Gen Ananda geworden. Er gab den Chögy an einen Rumänen anlässlich dessen Ordination weiter und er wurde dann Kelsang Jimpa. Meine erste Donka habe ich 2012 einer Vietnamesin zur Ordination gegeben.

Seither nähe ich. Meine Roben Werkstatt ist wie ein Juwel für Agnes- Nähmaschine_450x600mich. Wenn es um mich herum wüst tobte, stand sie mir zur Seite, indem ich im Kontrast dazu etwas so Sinnvolles machen durfte, wie Roben zu nähen. Deshalb gebe ich sie nicht auf.

Was ich in diesem Jahr nähen werde: Durchschnittlich nähe ich am Tag vielleicht 1,5 Stunden, in der Woche ca. 7 Stunden, mal mehr, mal weniger. Vielleicht schaffe ich ja doch noch in diesem Leben den 100 000 sten Chögy. Habe ich damit dann ein Annäherungsretreat der Zahl vollendet? Aufträge habe ich immer. In diesem Jahr zwei aus Frankreich, Agnes näht1zwei aus Mexiko, einen aus Kanada, zwei aus Deutschland und einen aus Spanien. Roben, Roben und noch mehr Roben … Doch das Nähen der Roben ist nicht alles –  ich mache vieles mehr, was einen EPC begeistern könnte: Tormas, Flyer, Kissenhüllen, Deko-Tischdecken, Roben für Statuen und so weiter.

In den Augen meines Mannes stecke ich viel Hingabe in das Nähen. Ich habe ihm gesagt: „Wenn ich sterbe, möchte ich einen Grabstein in Form einer Nähmaschine haben mit der Inschrift: Sie nähte sich ins Reine Land.

Agnes

Agnes Bender


NKT Roben Germany
powered by myself

 

 

 

 


 

Unsere ÜMA Mäuse


Die verflixte Zeit

Maus      Maus      Maus

Keine Zeit, keine Zeit. Das hört man relativ selten im Üma. Meditation entschleunigt das Leben. Das ist einfach so. Und warum ist das so? Na, vielleicht weil der Geist nicht mehr so rasen muss? Weil er, wie man so schön sagt, immer (oder meistens oder häufig oder immer öfter) in der Mitte ist?

Ganz egal warum! Unsere Mäuse haben immer viel Zeit. Zeit zum in-der-Runde-sitzen natürlich, Zeit zum Meditieren täglich, zum Studieren sowieso und Zeit zum Rumbummeln auf jeden Fall. Dann helfen sie noch fleißig mit im Zentrum, machen sich in bemerkenswerter Weise nützlich (Betonung liegt auf „bemerken“) und überhaupt sind sie so etwas wie die guten Hausgeister des Üma.

Heute nun sitzen sie in der Runde und zerbrechen sich den Kopf über das Thema Zeit. Zeit ist ebenso unfassbar wie Raum oder Leerheit. Aber unsere Mäuse philosophieren nicht einfach so herum, das haben sie nicht (mehr) nötig. Nein, sie knabbern immer noch an der Prasangika Sicht der Zeit.

Wieso immer noch? Seit wann denn? Und an was überhaupt? Die Prasangika Sicht der Zeit? Nie gehört! Nie gehört? Wer jetzt den Kopf schüttelt und dem nichts dämmert, der beweist damit nur, dass er den Besuch von Gen Ananda im Üma Zentrum geschwänzt hat. Leider, muss man sagen. Denn dieser Besuch war nicht nur so klasse wie alle Besuche von Gen Ananda, sondern very, very special. Das lag am Thema, das Ananda im Vortrag und Holger in der Meditation mit Bravour gemeistert haben. Die beiden haben auf jeden Fall die Prasangika Sicht der Zeit begriffen, was man von den Mäusen nicht wirklich sagen kann. Und deshalb knabbern sie immer noch daran herum.

Die Prasangika Sicht der Zeit ist für sie mit das Tiefgründigste im sowieso schon äußerst tiefgründigen Buch Ozean von Nektar, dem Kommentar des Ehrwürdigen Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche zum buddhistischen Klassiker des Mahasiddha Chandrakirti Leitfaden zum mittleren Weg, eine der wichtigsten Schriften des Mahayana Buddhismus und Haupttext zur Leerheit, der endgültigen Natur der Wirklichkeit. Puh, das war ein langer Satz. Allein der ist schon schwierig genug.

Dieses Buch hat es also in sich, es umfasst die ganze Weisheit des Buddhismus. Nicht mehr (mehr geht eh nicht) und nicht weniger.Von den vier buddhistischen Schulen, die sich mit Leerheit befassen, dem Kernthema des Buddhismus, ist die Madhyamika-Prasangika Sicht die „höchste“, das heißt höchst tiefgründige und endgültige. Und daran haben sich unsere Mäuse schon des Öfteren die Mäusezähnchen ausgebissen.

Wenn sie sich richtig reinknien, dann erscheint ihnen die Sicht der „niedrigsten“, das heißt der einfachsten Schule am meisten einzuleuchten, die nächsten Schulen verstehen sie gerade noch und können ihr Verständnis schrittweise vertiefen. Doch bei der Madhyamika-Prasangika Sicht haut es sie meistens komplett aus der Spur. Das ist mit ihrem logischen Verstand einfach nicht zu bewältigen. Bis jetzt. Dennoch bleiben sie unermüdlich und unerbittlich dran. Denn sie wissen, das ist die endgültige Wahrheit von allem. Und die ist zwar im Moment für sie noch verborgen. Aber nicht mehr lange, das haben sie sich geschworen.

Nun also geht es um die Prasangika Sicht der Zeit. Aber nicht einfach so, als intellektuelles Vergnügen zum Schärfen des Verstandes, sondern um ein noch tieferes Verständnis von Karma und Wiedergeburt zu finden. Denn Karma & Wiedergeburt sind beide das Fundament des buddhistischen Weges. Dieses Fundament ist bei ihnen schon sehr stark. Sie sind von Karma und Wiedergeburt vollkommen überzeugt. Würden sie sagen. Aber sind alle ihre täglichen Handlungen davon durchdrungen? Mmmhh … also mal ehrlich, ihr Verständnis ist schon noch verbesserungswürdig. Und deshalb also jetzt diese tiefgründige Sicht der Zeit.

Unsere Mäuse haben das englische Buch Ocean of Nectar vor sich. Leider ist es auf Deutsch bisher nur als Vorabdruck erschienen – aber immerhin, besser als nichts! Da müssen sich die Tharpa Leute mal viel, viel Zeit nehmen und viel, viel Geduld aufbringen und es schließlich doch erscheinen lassen. Kleiner Vermerk in ihr Notizbuch: Tharpa deswegen nerven!

Doch weil ihr Dharma Englisch ziemlich gut ist, stützen sie sich hier gern auf das Original. Für alle, die nachlesen wollen, schaut auf S. 218 ff. Aber bringt viel Geduld mit und die perfekte Motivation, Bodhichitta, sonst wird es nichts, das wissen unsere Mäuse aus eigener Erfahrung.

Und so vertiefen sie sich in die Prasangika Sicht der Zeit. Sie versuchen zu verstehen, warum zum Beispiel Buddhas Emanationskörper gleichzeitig eine Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ist. Und sie versuchen zu verstehen, warum es keine vergangenen und zukünftigen Dinge gibt, sondern warum alle funktionierenden Dinge – das heißt Dinge, die aus Ursachen entstehen, das heißt alles, was wir normalerweise sehen – warum alle diese Dinge notwendiger Weise gegenwärtige Dinge sind. Sie versuchen, die Gleichzeitigkeit der drei Zeiten zu verstehen oder vielleicht auch, dass es überhaupt keine Zeit/Zeiten gibt??!! Oder nur die Gegenwart??!! Das würde ja schon reichen, das wäre schon ein Fortschritt, denn meistens leben unsere Mäuse nie wirklich in der Gegenwart, sondern gedanklich immer in Vergangenheit oder Zukunft. Aber wenn es die überhaupt nicht gibt. Jessas! Fragen über Fragen. Und die Antworten sind alle hier drin, in diesem Buch.

Tiefe Stille. Kein Laut. Ab und zu ein Seufzen. Wohlig oder verzweifelt, wer könnte das entscheiden? Schließlich schlägt die erste Maus den Gong. Ausatmen. Aufatmen. Nicht gleich aufspringen und rausstürmen. Auch nicht reden. Das schon mal überhaupt nicht, sonst wird die Verwirrung noch größer. Das muss jede erst einmal für sich selbst klar kriegen. Erst später wird es eine Runde geben, in der sie sich austauschen.

Dann aber doch: recken & strecken, aufstehen & rausgehen in die warme Abendsonne. Wohin? Ist ja klar. Nach nebenan ins Kochspielhaus auf einen Affogatto al caffé. Für den, der nicht weiß, was das ist: eine große Kugel Vanilleeis mit einem doppelten heißen Espresso übergossen. Oberlecker, auch wenn das alles nur eine Erscheinung ist. Dafür haben sie immer Zeit, auch wenn es die nicht wirklich gibt.


Gras im SonnenlichtGras im Sonnenlicht

Launen eines Korbflechters

 

Zuerst ist Entsagung ein Same
Geburt für unsere Weisheit
Entwickelt sich zum Embryo
Zu einem ausgewachsenen Kind
Wird ein Krieger
Zu einem starken kraftvollen Bogen

***

Wenn wir trinken
Trinken wir mit einem Gefühl des Durstes?
Wenn wir essen
Essen wir mit einem Gefühl des Hungers?
Wenn wir uns kleiden
Kleiden wir uns mit einem Gefühl des Nacktseins?
Wenn wir eine Arznei nehmen
Nehmen wir sie mit einem Gefühl des Krankseins?

Wenn wir Dharma hören kontemplieren meditieren
Tun wir dies mit einem Gefühl des Ergriffenseins?
Dann verwandeln wir Furcht in Weisheit

***

Einer schreit
Der andere hört und vergisst

Einer schreit
Der andere hört nicht

Einer schreit
Der andere versteht nicht

Einer schreit
Der andere kann nicht

Einer schreit
Der andere hätte wollen können

Einer schreit
Der andere hält den Schrei nicht länger aus
Einer schreit
Der andere schweigt

Einer schreit immer
Der andere geht in sich
Und hört fortwährend
Dass auch er schreit

***

Trotz Schmerzen
Leiden manche nicht
Andere obwohl frei davon
Spüren das Leiden

Leiden ohne Schmerz
Hält uns im Tiefschlaf fest
Schmerz erweckt uns

Klafft die Wunde tief genug
Berührt sie den Rand des Abgrunds – die Furcht
Geht sie etwas weiter
Wird ihr Sprung zur Weisheit

***

Gras im SonnenlichtGras im Sonnenlicht


 

 

 

 

 

 

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