MEDITATION IN MÜNCHEN

Zentrum für modernen Buddhismus

Newsletter KMC München November 2016

Liebe Freunde!

Viele mögen den November nicht: zu kalt, zu dunkel, zu nass, zu trübsinnig. Herbst 3_800x532Wenn du einer von diesen vielen bist, dann werde ein Kadampa: verwandle all das Kalte, Dunkle, Nasse, Trübsinnige in spirituelle Pfade. Du willst wissen, wie das geht?Buddha 9 Dann komm ins KMC München: entdecke deine Buddha Natur, spüre deine Herzenswärme, vertreibe die Dunkelheit mit dem Licht der Weisheit, lass Buddhas Segnungen in deinen Geist strömen und erlebe das immerwährende Glück inneren Friedens.

Wir freuen uns auf Euren Besuch.
Euer Newsletter Team


DEUTSCHES FESTIVAL DER NKT-IKBU 2016
25. – 29. November
Tharpaland IRC (bei Berlin)

tara-df-berlin-16Arya Tara Ermächtigung & Erklärungen,
wie wir uns auf Buddha verlassen

mit Gen-la Kelsang Dekyong

Das Deutsche Festival findet in diesem Jahr wieder im Tharpaland IRC statt, einem Retreatzentrum, das unweit von Berlin im wunderschönen Krämer Forst liegt. Jeder ist willkommen an diesem Festival teilzunehmen – sei es für fünf Tage oder nur für einen Teil der Veranstaltung. Während eines Festivals hören wir Buddhas Ratschläge für ein glückliches Leben, lernen zu meditieren und widmen uns einem kurzen Retreat. Wir verbringen miteinander eine schöne erholsame Zeit und entdecken und genießen den Frieden in unserem Geist. Nichts kann sinnvoller sein!

Vertrauen ist unser spirituelles Leben und der Ursprung unserer spirituellen Verwirklichungen oder persönlichen Erfahrungen des Dharma. Haben wir tiefes Vertrauen in Buddha, dann werden wir seine Lehren umsetzen und dadurch leicht und ganz natürlich Erfahrungen machen. In dieser Weise öffnet unser Vertrauen in Buddha das Tor zum spirituellen Pfad.

Gen-la DekyongGen-la Dekyong wird uns praktische Ratschläge geben, wie wir uns auf Buddha und insbesondere auf Arya Tara, die eine der vier Guru-Gottheiten des Kadampa Buddhismus ist, verlassen können.

Gen-la Dekyong ist die spirituelle Leiterin der Neuen Kadampa Tradition und Zentrumslehrerin des Manjushri KMC in England. Sie ist eine moderne buddhistische Nonne, die ihr Leben dem Ziel widmet, Menschen zu helfen anhaltendes Glück zu erleben, indem sie geistigen Frieden finden. Dies ist eine wunderbare Gelegenheit, die Segnungsermächtigung von Arya Tara und Erklärungen dazu von dieser so überaus qualifizierten Lehrerin zu erhalten.

Information & Anmeldung unter:
http://kadampa-fest.de/anmeldung-information/


PROGRAMMÜBERSICHT NOVEMBER
Buddha welcome

MEDITIEREN LERNEN

Buddha mit KatzeNur in der Meditation entdecken wir unser Potenzial für inneren Frieden und wahres Glück. Nur der innere Frieden ist echter Frieden und ohne inneren Frieden gibt es keinen äußeren Frieden. Schritt für Schritt lernen wir die Kunst der Meditation. Wenn man weiß, wie es geht, und den starken Wunsch hat, ist es nicht schwierig. Kommt und seht selbst!

KOMPAKTKURSE AM SONNTAG
mit Kadam Holger Hetzel

30 €, mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

Zeitplan jeweils:
14:15 – 14:30 Uhr Anmeldung
14:30 – 15:30 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
15:30 – 16:00 Uhr Pause mit Tee und Gebäck
16:00 – 17:00 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
17:00 – 17:30 Uhr Pause mit Tee und Gebäck
17:30 – 18:30 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen

Meditation HimmelSonntag 06.11.
Warum fühle ich mich so leer?
Erfahre inneren Reichtum durch Meditation

Wir versuchen ständig, innere Leere zu vermeiden: feiern Feste, fahren in Urlaub, kaufen ein, verlieben uns … Doch das Gefühl innerer Leere und Einsamkeit holt uns immer wieder ein.
In diesem Kurs lernen wir in angeleiteten Meditation, wie wir inneren Reichtum erschaffen, die Quelle immerwährender Freude.

Bitte anmelden unter:
http://meditation-in-muenchen.de/warum-fuehle-ich-mich-so-leer-erfahre-inneren-reichtum-durch-meditation/


MeditationSonntag 13.11. Meditieren lernen
Meditation ist das Herz eines spirituellen Weges. Durch Meditation kommen wir zur Ruhe, erleben inneren Frieden und es entsteht Raum für eine neue Richtung in unserem Leben. Neue Möglichkeiten, mit Stress und Schwierigkeiten des Alltags umzugehen, eröffnen sich. Meditation ist die Reise zu uns selbst!

Bitte anmelden unter:
http://meditation-in-muenchen.de/kompaktkurs-meditieren-lernen-13-11/


KOMPAKTKURSE AM DIENSTAG

VertrauenMeditationskurs: Liebe muss nicht wehtun
mit Kadam Holger Hetzel

15.11. 1. Teil
22.11. 2. Teil

19:30 – 21:00 Uhr
20 €, mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

Wenn wir uns an guten Beziehungen erfreuen wollen, müssen wir lernen, zwischen Liebe und Anhaftung zu unterscheiden. Reine Liebe erfüllt und stillt uns. Anhaftung schmerzt und führt zu Leiden. Wie können wir lieben, ohne zu leiden?

In diesem Kurs lernen wir in angeleiteten Meditationen, wie wir uns von Anhaftung befreien und reine Liebe entwickeln können.

Bitte anmelden unter:
http://meditation-in-muenchen.de/meditationskurs-liebe-muss-nicht-weh-tun/


WÖCHENTLICHE KURSE

MEDITATION
Wie wir unsere menschlichen Probleme lösen
jeweils 18:15-19.00 Uhr
Kosten 5 €, mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

 

Wie wir unsereMittwoch
02.11. – 09.11. – 16.11. – 23.11. – 30.11.
mit Kadam Holger Hetzel

Donnerstag
03.11. – 10.11. – 17.11.
mit Oliver Greger


MITTAGSMEDITATION
Wie wir unsere menschlichen Probleme lösen
Acht Schritte 2
mit Kadam Holger Hetzel
Kosten 5 €, mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

Mittwoch
12:00-12:45 Uhr
02.11. – 09.11. – 16.11. – 23.11. – 30.11.


MODERNER BUDDHISMUS

Buddha (3)Diese wöchentlichen Abende und Praxiskurse sind eine gute Gelegenheit, mehr über den Buddhismus, seine Methoden und die moderne buddhistische Lebensweise zu erfahren. Wir entdecken die Tiefgründigkeit, Wirksamkeit und Relevanz der Lehren Buddhas, Allumfassendes Mitgefühldie seit 2500 Jahren von unzähligen Schülern begeistert umgesetzt und im Alltag erprobt wurden. Es reicht nicht, sich einfach nur hinzusetzen und zu meditieren. Wir müssen wissen, warum wir das tun und wie diese Methoden wirken.

MITTWOCH
Offener wöchentlicher Kurs mit Kadam Holger Hetzel

Allumfassendes Mitgefühl – Inspirierende Lösungen für schwierige Zeiten

19:30 – 21:00 Uhr
Kosten 8 €, mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

02.11. – 09.11. – 16.11. – 23.11. – 30.11.


SAMSTAG PRAXISKURSE
mit Kadam Holger Hetzel
von 14 – 17 Uhr
Kosten 15 € mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

Zeitplan jeweils:

13.30 Beginn Anmeldung
14.00-15.15 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen
15.15-15.45 Uhr Pause
15.45-17.00 Uhr Vortrag + Meditation + Fragen

Verbeugungen – Energie, Reinigung, Inspiration
Samstag 05.11.

VerbeugungSich vor erleuchteten Wesen zu verbeugen, ist eine kraftvolle Methode, um negatives Karma, Krankheiten und Hindernisse zu reinigen und unsere Verdienste, unser Glück und unsere Dharma Verwirklichungen zu vergrößern. Vorübergehend verbessern Verbeugungen unsere körperliche Gesundheit, letztendlich erlangen wir den Formkörper eines Buddha.
In diesem Kurs lernen wir mit dem Mahayana Sutra der drei höheren Anhäufungen, wie wir Verbeugungen vor den fünfunddreißig Bekenntnisbuddhas machen.

Bitte anmelden unter:
http://meditation-in-muenchen.de/verbeugungen-energie-reinigung-und-inspiration/


Darbringungen – eine reine Welt erschaffen
Samstag 19.11.

DSC_0840Eine Darbringung ist alles, was die erleuchteten Wesen entzückt. Unsere Hauptdarbringung ist unsere Praxis des Mitgefühls, da dies die erleuchteten Wesen am meisten erfreut. Mit Vertrauen und Mitgefühl Darbringungen zu machen, erschafft die positive Energie, die wir brauchen, um Dharma Verwirklichungen zu erlangen.

In diesem Kurs lernen wir, wie wir in unserer täglichen Praxis und unserem Alltag Gaben darbringen können, um in unserer Meditation Fortschritte zu machen.

Bitte anmelden unter:
http://meditation-in-muenchen.de/darbringungen-eine-reine-welt-erschaffen/


TIEFER EINSTEIGEN

DSC_0468Wenn du die Welt des Kadampa Buddhismus entdecken, eine Gemeinschaft von praktizierenden Kadampa Buddhisten kennenlernen und dich mit erfahrenen Praktizierenden austauschen möchtest, dann bist du hier richtig. Komm einfach vorbei und mach mit!

MONTAG & SAMSTAG
GRUNDLAGENPROGRAMM

mit Kadam Holger Hetzel
19 Uhr – 21 Uhr

Geshe-la Tharpa 3Freudvoller Weg präsentiert den vollständigen buddhistischen Pfad zur Erleuchtung. Jede Stufe unserer spirituellen Reise wird außerordentlich klar, bildhaft und praktisch beschrieben und so ist dieses Buch ein unverzichtbarerer Wegbegleiter. Es ist alles in einem: Grundlage, Pfad und Ziel.

Wer wirklich wissen will, wie Erleuchtung „geht“, sollte mit uns dieses Buch studieren & praktizieren. Jeder ist herzlich willkommen. Es zumindest einmal versucht zu haben ist ein immens kostbarer Schritt.

07.11.  19 Uhr
12.11.   10 – 15 Uhr
14.11.  19 Uhr
21.11.  19 Uhr


KURS TANTRA

Dienstag 19:30 – 21 Uhr
mit Kadam Holger Hetzel
8 €, mit Starter-, Abo-, Zentrumskarte frei

Vajrayogini 3Wenn wir die Höchste Yoga Tantra Ermächtigung von Heruka und Vajrayogini erhalten haben und diese Meditationspraxis unser Lebensweg geworden ist, können wir an diesem Kurs teilnehmen, der einmal im Monat stattfindet. Wir machen uns mit den Meditationen des Höchsten Yoga Tantra tiefer vertraut. Der Abend beinhaltet Vortrag, Sadhanapraxis, angeleitete Meditation und Diskussion.

08.11.


GESUNGENE GEBETE

PujaDie Teilnahme an Gruppengebeten, auch Pujas genannt, sind kraftvolle Methoden, um Buddhas Segnungen, Inspiration und Schutz zu erhalten. Jeder ist herzlich eingeladen teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenfrei

07.11. Herzjuwel 18 Uhr
08.11. Tara 17:30 Uhr
14.11. Herzjuwel 18 Uhr
21.11. Herzjuwel 18 Uhr


AUS DEM LEBEN DER KADAMPAS

TORONTO, insgeheim eine buddhistische Stadt ?

toronto-novnl2Das könnte man meinen, denn es gibt dort tatsächlich den „Path“, der sich über eine Länge von 28 Kilometern (!!!) durch die Stadt schlängelt. Jeder kennt ihn und die meisten wandern auf ihm, ganz besonders wenn es regnet.

toronto-novnl5Doch Vorsicht! Hier regnet es keine Segnungen, sondern eher Verblendungen. Es handelt sich nämlich nicht um den „Stufenweg zur Erleuchtung“ oder gar den „Schnellen Pfad“, sondern um eine unterirdische Einkaufsstraße, die Ablenkung und Anhaftung garantiert und jeden, der auf diesem Pfad wandelt, ganz sicher und ziemlich schnell um einige kanadische Dollar ärmer macht.

toronto-novnl1Zwei Münchnerinnen ließen sich davon nicht beeindrucken.

Sie nahmen eine Auszeit von all dem und setzten andere Prioritäten: schnelle Erleuchtung erlangen und den inneren Reichtum des Dharma ansammeln.

Vielleicht haben sie dieses Mal ihr Ziel noch nicht ganz erreicht, doch jede Reise bringt sie mit Sicherheit diesem Wunsch ein Stückchen näher. *
Petra

*auch das ist Toronto:

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DAS KAILASH IRC und seine internationale  „Kuhherde“

kuhherdeMan kann sagen was man will, jede Reise zu einer Dharmafeier  – egal wohin – hat ihre eigene Geschichte und steckt voller Überraschungen. Die Fahrt zum Swiss-Italien-Austrian-Dharmafestival mit meiner kleinen KMC-München-Sangha-Gruppe, kailash-10-16-9_800x533hatte für mich gewissermaßen einen Greenhorn-Effekt (das Greenhorn war natürlich ich) – denn die anderen kannten die Strecke. Sie konnten sich schon auf die Hochgebirgs-Rallye einstellen, das heißt, ihre Sinne auf einen gleichgewichtsstörungsfreien Modus einprogrammieren.

kailash-10-16-1_800x533Nach dem Oberalp Pass dachte ich schon, das Gröbste sei vorbei, doch nein, dann kam noch die absolute Steigerung  – nämlich der Furkapass … Mann o Mann …. Dank der souveränen Fahrweise unserer zwei tollen Chauffeure (Erich und Holger), war alles wenigstens angstfrei zu ertragen.

kailash-10-16-3_800x533Nach etwa 8 Stunden Fahrt kamen wir endlich in Törbel an. Ich hatte mir dieses Bergdorf keineswegs mit solch extrem an den Steilhang geklebten Häusern, die wie Adlerneste anmuten, vorgestellt. Der Anblick, der mit üppiger Blumenpracht geschmückten Schweizer Holzhäuser und das prächtige Panorama  – rundum mit seinen Viertausendern –  versetzt einen irgendwie in eine andere Welt. kailash-10-16-12_800x533Der Blick vom IRC Kailash und dem Tempel direkt auf den 4505 m hohen Gipfel des Weißhorns ist einfach eine Wucht. Man kann beinahe von jedem Fenster aus diesen, dem heiligen Berg Kailash in Tibet so ähnlichen, schneebedeckten Gipfel bewundern. Sofort konnte ich verstehen, dass dieser Ort eine besondere Herzensangelegenheit unseres Ehrwürdigen Geshe-la ist.

Und dann der Tempel  – hallo Leute –  schaut ihn euch so bald wie möglich mit eigenen Augen an! Er ist eine Meisterleistung unseres Architekten Helmut, hervorragend mit dem in die Landschaft passenden äußeren Baustil und mit der inneren Symbolkraft unserer Tradition im Einklang. Der Schrein ist ganz wunderbar eingefügt in die Holzkonstruktion des Daches und der Säulen.

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Die vielen Fenster geben nach drei Seiten einen grandiosen Blick auf die Schweizer Bergwelt frei.

gen-losang-kelsangWar ich auch erst einmal von den äußeren Umständen sehr beeindruckt, so wurde ich mehr noch von Gen Kelsang Losangs Teachings in den Bann gezogen – hatte ich doch zum ersten Mal die Gelegenheit, Unterweisungen dieses wunderbaren Lehrers zu genießen.

Seine überaus verständliche Vortragsweise war gespickt mit humorvollen Anekdoten – gleichzeitig aber sehr tiefgründig und inspirierend. Seine Ausführungen brachten die Essenz des Dharma genau auf den Punkt: Die Übung der richtigen Vorstellung – dass alle gewöhnlichen Erscheinungen nicht so existieren, wie wir glauben, weil unsere Wahrnehmung einfach fehlerhaft ist – wurde von ihm sehr ausführlich erörtert. Es ist genauso wie beim Aufwachen aus einem Traum, wenn wir den Beweis haben, dass alles nur eine Erscheinung des Geistes war. Deshalb nannte er in der Einführung zur Tara Ermächtigung, seinen Vortrag, eine „Gute Nacht Geschichte“.

Sehr eindrucksvoll war seine Methode, unseren spirituellen Meister einzuladen. Durch seine intensive Anleitung der Visualisierung war Geshe-la mit seinen Segnungen vor uns im Raum anwesend, wobei die Statue auf dem Schrein die Grundlage verkörperte. In Verbindung von richtiger Vorstellung und Vertrauen konnte jeder spüren, wie sehr dies funktioniert.

Gen Losang bezeichnete die Tara Ermächtigung als „Einstiegstantra“ und erklärte, wie durch die Ermächtigung und die Segnungen unser Buddha Potenzial aktiviert wird und wie wir die fehlerhaften Erscheinungen unseres groben Geistes überwinden können. Darüber hinaus sollten wir auch nicht vergessen, uns immer zu wünschen, andere Lebewesen von fehlerhaften Erscheinungen und damit von schmerzhaften Erfahrungen befreien zu können.

Unbedingt erwähnen möchte ich auch die tolle Simultanübersetzung von Marcel aus Zürich. Er hat Gen Losangs Humor wirklich eins zu eins rübergebracht.

Ich habe es bedauert, dass ich die eigentliche Eröffnung des Tempels am Freitagmorgen nicht miterleben konnte. Dazu waren auch die Dorfbewohner von Törbel eingeladen und das hinterließ, wie man überall hören konnte, einen sehr positiven Eindruck. kailash-10-16-4_800x533Die Törbeler hatten sogar selbstgebackenen Kuchen fürs Café mitgebracht. Gen Losang erzählte uns, wie er bei der Gelegenheit kurz überlegen musste, wie er den Leuten klar machen konnte, wie wir Buddhisten so ticken. Deshalb sagte er ihnen: „Wir sind Vegetarier, essen kein Fleisch, trinken keinen Alkohol, genau wie eure Kühe  – wir sind also eine internationale Kuhherde„. Das Gelächter war natürlich groß.

Das „Sahnehäubchen“ war Gen Losangs Einführung zum Anschlussretreat am letzten Abend in kleinem Rahmen, in göttlicher Stille, in der wunderbaren Atmosphäre des Tempels. Es war ein Vorgeschmack dessen, was die von Glück Begünstigten an den folgenden Tagen noch erleben durften.

furkapassIch wäre so gerne geblieben … aber der Furkapass erwartete mich schon sehnsüchtig…!

Eine schöne Entschädigung für die vielen Kurven war ein Picknick am Ufer des Vierwaldstätter Sees mit einer richtigen  „Bilderbuchkulisse“. Einfach herrlich!

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Else


UNSERE KADAMPA MÄUSE

SKYFALL oder Dharma in Action

Maus   Maus   Maus    Maus

Draußen stürmt es. Die letzten Kastanien fallen. Blätter wirbeln durch die Straßen. Die Luft ist klar und frisch. Bald schon werden die entsetzlichen Laubbläser ihr Unwesen treiben. Also, was ist los? Na, der Herbst ist los. Und er kommt mit aller Macht.

Aber was machen unsere Mäuse? Sie lassen ihr Herumstreunen für eine Weile sein und laben sich bei Kerzenschein an heißem Tee und den ersten Lebkuchen. Und wenn dann noch eine Freundin zu Besuch kommt, die von ihrem Urlaub erzählt, dann kann es gar nichts Schöneres geben.

Die Freundin war im Norden. Auf einer Insel. Genauer gesagt auf Spiekeroog, einer der kleinen westfriesischen Inseln. Und dann war sie noch eine Woche in Hamburg, der (nach München) zweitschönsten Stadt der Welt. Während die Freundin erzählt, schließen unsere Mäuse die Augen. Visualisieren haben sie ja inzwischen gelernt, sie lieben es und es funktioniert bestens:
nov-strandgras nov-inselhaus

Schon wandern sie über fast menschenleere Strände, bewundern die weiten Sanddünen, das wilde Strandgras, die schier endlosen Wildrosenhecken, trinken Ostfriesentee in heimeligen Inselhäuschen, lassen sich auf dem Hamburger Fischmarkt treiben, schlendern durch Blankenese, bestaunen die Elbphilharmonie (ein Wunder – wie sie aussieht und dass sie fertig ist) und … und … und …

Als sie wieder auftauchen, fragt die erste Maus: Warum fährst du eigentlich immer erst im Herbst in Urlaub? Wäre es im Sommer nicht noch schöner? Na, das ist doch wegen der Wies‘n, ruft die Freundin entrüstet, das weißt du doch. Stimmt, sie wissen, dass die Freundin direkt an der Theresienwiese wohnt und jedes Jahr zur Zeit des Oktoberfestes fluchtartig die schönste Stadt der Welt verlassen muss. Sie hält den Wahnsinn, wie sie es nennt, nicht aus.

Ja, ja, die Wies’n! Himmel für die einen, Hölle für die anderen. Glück und Leiden, die zwei Seiten einer Münze. Für unsere Mäuse ist das Oktoberfest schlicht der Inbegriff Samsaras.

Aber … halt mal … zwei Mäuse schmunzeln verschmitzt. Ist was? fragt die Freundin, der es im Gedanken an die verhasste Wies’n schon wieder schmerzvoll das Gesicht verzogen hat. Die beiden Mäuse schauen die dritte aufmunternd an: Na, sag schon, was du angestellt hast. Die Dritte strahlt plötzlich übers ganze Gesicht, als sie gesteht: Ja, stimmt. Ich hab was angestellt. Ich war heuer auf der Wies’n. Und es war super!

WAS??!! DU??!! Der Freundin bleibt fast die Spucke weg: Du? Als Buddhistin?  Warst auf der Wies’n? Ich fass es nicht! Warum denn? Was machst du da?

Halt! Halt, ruft die Maus. Jetzt pass mal auf. Wir haben mit dir eine Reise gemacht, jetzt machst du eine mit mir. Vertrau mir. Mach die Augen zu und lass los. Die Freundin tut ihr, etwas widerstrebend, den Gefallen. Unsere Mäuse sowieso. Und die Maus beginnt:

Ich war vor ein paar Jahren eher zufällig am allerletzten Abend auf dem Oktoberfest und das hat mir so gut gefallen, dass ich das in den letzten beiden Jahren mit ein paar Freundinnen wiederholt habe. Doch diesmal wollte keiner mit und so habe ich mich, als es dunkel wurde, ganz allein auf den Weg gemacht. Es war zwar kalt und hat genieselt, war mir aber egal.

Und nun stell dir vor: Die bittersüße Abschiedsstimmung, die am letzten Abend, so kurz vor Schluss, über der ganzen Wies‘n liegt, ist unbeschreiblich und unwiderstehlich. Die meisten Touristen sind schon weg. Es ist ziemlich geräumig, kein Gedränge, nirgendwo. Ich komme am ersten Festzelt, dem Armbrustschützenzelt, vorbei, die Tür steht weit offen, keine Schlange wartet auf Einlass, also spaziere ich einfach mal hinein.

nov-festzeltDas Zelt ist riesig und unglaublich schön und aufwändig geschmückt. In der Mitte spielt eine Kapelle, die zum Schluss nochmal alles gibt. Auf den Tischen und Bänken stehen Junge und Alte, die singen, tanzen und klatschen, als wär’s das letzte Mal. Ich bin wie vom Donner gerührt. Zuletzt war ich vielleicht vor 40 Jahren in einem solchen Festzelt. Dieser unermessliche, unstillbare Wunsch nach Glück, der ist hier so greifbar, so überwältigend, da kriege ich echt eine Gänsehaut und mir kommen, ob ihr’s glaubt oder nicht, vor Rührung die Tränen. Shantideva fällt mir ein: Samsaras Glück ist wie Honig auf einer Rasierklinge! Und das stimmt. Hier sieht und schmeckt man den Honig, aber auch schon die Rasierklinge. Ich umrunde das Ganze, stehenbleiben darf ich in den Gängen nicht und muss den Kellnerinnen und Kellnern ausweichen, die mit Hendlplatten und Maßkrügen beladen hin und her eilen.

nov-glas-apfelAls ich wieder draußen bin, stärke ich mich mit einem rot-glasierten Apfel, außen zuckersüß und innen sauer zum Zähne Zusammenziehen. Ein Abbild von allem hier. Langsam schlendere ich weiter, vorbei an den vielen Festzelten, in denen es tobt und tost, und komme zu den Fahrgeschäften, Karussell kann man dazu wohl nicht mehr sagen. Ich bleibe wie gebannt beim „Skyfall“ stehen. Schaue zu, wie die Leute 80 Meter hoch getragen werden, wie sich das Ganze dabei langsam dreht – super Überblick über Festwiese und Stadt –, wie die Tollkühnen hoch droben lustig die Beine in der Luft baumeln lassen, noch ein paarmal rundherum gedreht werden und plötzlich mit einem Schrei aus vielen Kehlen circa 40 Meter im freien Fall nach unten sausen –  aha, deshalb Skyfall –  dann sanft abgebremst werden und sicher landen.

nov-skyfalllUnd weil ich heute allein hier bin und nicht meinen schwindligen Freundinnen zuliebe mit dem langweiligen Riesenrad fahren muss, gibt es für mich nur eins: Da muss ich dabei sein – 8 €, ein satter Preis, dafür kein Anstehen. Und schon geht es nach oben.

Und die Maus erzählt nun ganz genau und in allen Einzelheiten was sie erlebt hat, wie fantastisch der Ausblick von so hoch oben ist – höher als das große Riesenrad –wie sich der freie Fall anfühlt, der leider viel zu kurz ist, ihr aber immer noch in den Knochen steckt und unseren Mäusen bleibt für einen Augenblick direkt die Luft weg und sie atmen hörbar aus, als sie endlich sicher gelandet sind.

nov-wellenflugDu Wahnsinne, murmelt die Freundin und öffnet die Augen.
Halt, warte noch, sagt die Maus, wir sind noch nicht ganz am Ende. Und sie erzählt weiter, wie sie mit dem Kettenkarussell „Wellenflug“ gefahren ist  – ein MUSS von Kindesbeinen an – wie sie noch ein paar glasierte Trauben gegessen hat, jetzt zum halben Preis und solange der Vorrat reicht. Wie sie noch einmal all die schönen Bilder in sich aufgesogen hat und dann mit vielen fröhlichen und beschwingten Menschen, die sich schon auf die nächste Wies’n freuen, heimgefahren ist.

Sie erzählt aber nicht, wie sie alles, was sie erlebt hat, mit Dharma Augen gesehen hat, wie Liebe und Mitgefühl ihr Herz fast gesprengt haben, wie alles eine Darbringung war, wie diese zwei Stunden eine reine Dharma Praxis wurden. Das alles erzählt sie natürlich nicht, denn die Freundin würde es nicht verstehen und die beiden Mäuse wissen es sowieso.

Die Mäuse und ihre Freundin bleiben eine ganze Weile still sitzen und machen sich ihre Gedanken. Die Mäuse denken: Wie glücklich sind wir, einfach alles, was unserem Geist erscheint, in spirituelle Praxis umwandeln zu können. Und genau das nehmen sie sich erneut vor. Und die Freundin denkt: Wie schön ist es, mich einfach am Glück anderer zu erfreuen, selbst wenn es Wies’n Besucher sind. Und genau das nimmt sie sich zum allerersten Mal in ihrem Leben vor.

Und ihr, liebe Leser? Was nehmt ihr euch vor? Lasst ihr euch im nächsten Jahr auch einmal vom Himmel in die Leere fallen?


Gras im Sonnenlicht

LAUNEN EINES KORBFLECHTERS

 

Triffst du die richtige Entscheidung
Wirst du nie mehr rückfällig
Das ist unbegrenztes Vertrauen

***

Der Guru ist nur dazu da
Unsere Begrenztheit zu sprengen

***

Unser gewöhnliches Leben
Ungeschmeidig trocken dürr spröde
Dürstet allezeit nach Wasser

Wer mit seinem Leben sucht
Wird Weisheit finden
Sie wird ihm begegnen
Und wie sein Schatten allezeit begleiten

***

Nur der Mensch kann sein Leben verschwenden
Glaubt ohne Flügel zu fliegen
Verliert im Flug sein Gefieder
Federn fallen ab
Wie Flocken vom Himmel
Als wären sie nicht Teil des Fluges

Ist der Vogel weise
Wird er landen
Und nicht fallen

***

Zuflucht
Ende unserer Welt
Anfang einer neuen Quelle
Einer anderen Lebensweise
Einer reinen Welt

Steigt die neue Sonne auf
Geht unsere gewöhnliche unter
Entleert sich eine Waagschale
Geht die andere unter
Und erschöpft sich

Beide erscheinen als Sonne und Mond

 

***

 

Nur im unbegrenzten Raum wirst du ankommen –
Doch du wirst es nicht sein

***

Es begegnen sich unsere Verblendungen
Unsere Unwissenheiten unsere falschen Sichtweisen
Wie zwei Spiegel sich begegnen
Die voneinander nichts wissen
Nichts erfahren nichts erahnen
Und sich in Wirklichkeit niemals begegnen

***

Sonne und Mond werden vergehen
Licht und Schatten werden schwinden
Deine Praxis aber
Wird nicht mit dir sterben
Wenn du stirbst

Lebe mit deiner Praxis
Dein Schatten wird kleiner
Sterbe mit deiner Praxis
Dein Schatten wird schwinden

 

***

Gras im Sonnenlicht


 

 

 

 

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