MEDITATION IN MÜNCHEN

Zentrum für modernen Buddhismus

Newsletter KMC München März 2017

Liebe Freunde!

Frühlingsanfang & Der Yoga des Lebens: das passt doch wunderbar zusammen. Selbst die ärgsten Winterstubenhocker zieht es im Frühling nach draußen. Und Frühjahrsmüdigkeit ist keine gute Ausrede.

Also fahrt mit uns im Kadampa Bus nach Karlsruhe zur Deutschen Dharmafaier 2017 oder lasst euch im KMC München blicken.

Wir freuen uns auf Euren Besuch.
Euer Newsletter Team


DAS HIGHLIGHT IM MÄRZ:
DIE DEUTSCHE DHARMAFEIER 2017


Verlassen wir uns auf Buddha Amitayus, so können wir unser Leben verlängern und unsere Weisheit und unser Glück vergrößern. Durch die Glückseligkeit, die wir in der Meditation über die Selbsterzeugung erleben, legen wir das Fundament für einen subtilen Körper, der frei ist von den Schmerzen des gewöhnlichen Todes, und bringen eine kraftvolle, befreiende Weisheit hervor, durch die wir die natürliche Reinheit unseres Geistes verwirklichen können.

Anmeldung und weitere Informationen unter: www.kadampa-fest.de/


PROGRAMMÜBERSICHT MÄRZ

MEDITIEREN LERNEN

Nur in der Meditation entdecken wir unser Potenzial für inneren Frieden und wahres Glück. Nur der innere Frieden ist echter Frieden und ohne inneren Frieden gibt es keinen äußeren Frieden. Schritt für Schritt lernen wir die Kunst der Meditation. Wenn man weiß, wie es geht, und den starken Wunsch hat, ist es nicht schwierig. Kommt und seht selbst!

KOMPAKTKURSE AM SONNTAG
mit Kadam Holger Hetzel

30 €, mit Starter-, Abo-, Zentrumskarte frei

Sonntag 05.03.
Meditieren lernen
Zur Ruhe kommen und geistigen Frieden entwickeln
mit Kadam Holger Hetzel

14:30 – 17:45 Uhr

Dieser Kompaktkurs enthält alles, um erfolgreich mit einer einfachen Meditationspraxis beginnen zu können.

Bitte anmelden:
http://meditation-in-muenchen.de/kompaktkurs-meditieren-lernen-2/


Sonntag 19.03.
Meditieren lernen: Innere Klarheit durch Meditation
Destruktiven Gedanken Einhalt gebieten
mit Kadam Holger Hetzel

14:30 – 17:45 Uhr

Wie gehe ich mit ablenkenden Gedanken um?
In diesem Kurs üben wir eine sanfte, aber kraftvolle Meditationstechnik, durch die wir leicht die ablenkenden Gedanken zur Ruhe kommen lassen können. So lernen wir, die Ruhe und Klarheit unseres Geistes zu genießen.

Bitte anmelden:
http://meditation-in-muenchen.de/kompaktkurs-innere-klarheit-durch-meditation/


KOMPAKTKURSE AM DIENSTAG
19:30 – 21:00 Uhr

30 €, mit Starter-, Abo-, Zentrumskarte frei

Liebe ohne Abhängigkeit?
mit Kadam Holger Hetzel


14.03. Teil 1
21.03. Teil 2

Beziehungsstress?

In Beziehungen zu anderen erleben wir viele gute Emotionen, aber auch viel Schmerz. In diesem Kurs entdecken wir die Ursachen für unangenehme Gefühle und ihre Beziehung zu unserem Geist. Meditation hilft uns, die unguten Emotionen zu beseitigen und unsere Beziehungen zu genießen.

Bitte anmelden:
http://meditation-in-muenchen.de/kompaktkurs-liebe-ohne abhaengigkeit/


MEDITIEREN LERNEN AM DONNERSTAG

mit Oliver Greger
19:00 – 20:15 Uhr

im Block mit 4 Terminen: 25 €
8 €, mit Starter-, Abo-, Zentrumskarte frei

„Meditieren lernen am Donnerstag“ ist in Blöcke mit je vier Terminen gegliedert. Dieser Kurs eignet sich besonders gut, um die in einem „Kompaktkurs am Sonntag“ gewonnene Erfahrung zu vertiefen. Natürlich kann jeder beliebige Abend auch einzeln besucht werden. Es gibt keine festen Gruppen. Einfach vorbeikommen!

Reihe 2: Meditieren lernen – Schwerpunkt „Klarheit des Geistes“
02.03.

Reihe 3: Meditieren lernen – Schwerpunkt „Liebe“
09.03. – 16.03. – 23.03. – 30.03.


MEDITIEREN LERNEN IN DER MITTAGSPAUSE

mit Kadam Holger Hetzel
12:00 – 12:30 Uhr

5 €, mit Starter-, Abo-, Zentrumskarte frei

Im Rahmen der Mittagsmeditation lernen Sie einfache Atemmeditationen und praktische Ratschläge Buddhas zum Umgang mit alltäglichen Problemen können. Jeder, Buddhist oder Nichtbuddhist, kann daraus einen Nutzen ziehen. Die Meditationen werden angeleitet und erklärt. Einfach kommen und entspannen!

07.03. – 14.03. – 21.03. – 28.03.


DER NÄCHSTE SCHRITT

VORTRAG & MEDITATION
Das neue Herz der Weisheit
Tiefgründige Lehren aus Buddhas Herzen

mit Kadam Holger Hetzel
Mittwochs 19:30 – 21:00 Uhr
8 €, mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

Hier lernen wir

  • die Beziehung zwischen unserem Geist und unserer Welt zu verstehen
  • eine besondere Methode, um Schwierigkeiten des Alltags zu überwinden
  • Hindernisse zu beseitigen, um unser volles Potenzial zu verwirklichen

Die Vorträge beruhen auf dem Buch Das neue Herz der Weisheit des Ehrwürdigen Geshe Kelsang Gyatso Rinpoche. Deshalb besteht die Möglichkeit, das Thema im Buch nachzulesen und daheim zu vertiefen. Jeder Abend ist in sich abgeschlossen. Der Einstieg ist jederzeit möglich.

01.03. Die Leerheit des Ich
08.03. Die Leerheit des Geistes
15.03. Die Leerheit aller Phänomene
22.03. Die Leerheit Samsaras
29.03. Die Kostbarkeit unseres menschlichen Lebens


HERZJUWEL MEDITATION
mit Kadam Holger Hetzel

Mittwochs 18:00 – 19:00 Uhr
5 €, mit Starter-, Abo, Zentrumskarte frei

Die Herzjuwel Meditationen sind gut geeignet für alle, die tiefer in die Methoden des modernen Buddhismus eintauchen möchten. In entspannter Weise können wir hier die Tiefgründigkeit und Wirksamkeit von Buddhas Lehren entdecken. Einfach vorbeikommen – keine festen Gruppen.

01.03. – 08.03. – 15.03. – 22.03. – 29.03.


PRAXISKURSE AM SAMSTAG
14:00-17:00 Uhr

mit Kadam Holger Hetzel
20€, mit Starter-, Abo, Zentrumskarte frei

Die  Praxiskurse bieten die Möglichkeit, tiefer in die Methoden des modernen Buddhismus einzutauchen. In entspannter Weise können wir hier die Tiefgründigkeit und Wirksamkeit von Buddhas Lehren selbst entdecken. Einfach vorbeikommen, ohne Anmeldung, keine festen Gruppen.

Samstag 11.03.
Herzjuwel – die Essenz des Kadampa Buddhismus

In der Neuen Kadampa Tradition des Mahayana Buddhismus beten wir jeden Tag zu Je Tsongkhapa und Dorje Shugden. Wir erbitten Segnungen, Hilfe und Schutz von diesen zwei heiligen Wesen. Wir lieben diese besonderen Gebete. Sie werden „Herzjuwel“ genannt.


TIEFER EINSTEIGEN

Wenn du die Welt des Kadampa Buddhismus entdecken, eine Gemeinschaft von praktizierenden Kadampa Buddhisten kennenlernen und dich mit erfahrenen Praktizierenden austauschen möchtest, dann bist du hier richtig. Komm einfach vorbei und mach mit!

STUDIENPROGRAMM
mit Kadam Holger Hetzel

Montags 19:00 – 21:00 Uhr
Samstags 10:00 – 15:00 Uhr ( einmal im Monat)

Freudvoller Weg präsentiert den vollständigen buddhistischen Pfad zur Erleuchtung. Jede Stufe unserer spirituellen Reise wird außerordentlich klar, bildhaft und praktisch beschrieben und so ist dieses Buch ein unverzichtbarerer Wegbegleiter. Es ist alles in einem: Grundlage, Pfad und Ziel.

Wer wirklich wissen will, wie Erleuchtung „geht“, sollte mit uns dieses Buch studieren & praktizieren. Jeder ist herzlich willkommen. Es zumindest einmal versucht zu haben ist ein immens kostbarer Schritt.

06.03. 19 Uhr
13.03. 19 Uhr
18.03. 10-15 Uhr
20.03. 19 Uhr


GESUNGENE GEBETE

Die Teilnahme an Gruppengebeten, auch Pujas genannt, sind kraftvolle Methoden, um Buddhas Segnungen, Inspiration und Schutz zu erhalten.

Jeder ist herzlich eingeladen teilzunehmen.

06.03.  Herzjuwel 18:00 Uhr
10.03.  Darbringung an den spirituellen Meister 19 Uhr
13.03.  Herzjuwel 18 Uhr
20.03.  Herzjuwel 18 Uhr
29.02.  Klangvolle Trommel 12:30 Uhr


AUS DEM LEBEN DER KADAMPAS

Ein befreiender Schlag nach dem befreienden Gebet
Den Lobpreis an Buddha Shakyamuni Befreiendes Gebet hat Kadam Holger für uns im Praxiskurs so richtig in alle Einzelteile gegliedert und jede Zeile in seiner klaren und verständlichen Art erklärt. Sogar die schon etwas „älteren Hasen“ unseres KMC lauschten hingerissen. Es war so schön, sich einmal intensiv mit dem wohl am häufigsten rezitierten Gebet zu befassen, denn dadurch wurde uns allen bewusst, wie tiefgründig jeder einzelne Vers die gesamte Dharma Lehre spiegelt. Mit diesem Gebet hat Geshe-la die Essenz von Buddha und seiner Lehre in tiefe, bedeutungsvolle Worte gefasst, die unser Herz berühren. In der anschließenden Meditation konnten wir das „Gehörte“ noch einmal überdenken und in unserem Geist verankern. Wie wunderbar!

Danach stürzten wir uns bedenkenlos ins „samsarische Vergnügen“, wobei sich die täuschende Natur Samsaras sofort zeigte: Hatte es nicht geheißen, wir gingen zum EIS-Stockschießen? Und was fanden wir vor? Eine Bahn mit Plastikbelag! Doch da wir Kadampas ständig darin geschult werden, alles unter dem Aspekt der Leerheit zu betrachten, konnten wir die „Abwesenheit von gefrorenem Wasser“ sofort in Weisheit umwandeln.

Und ich hatte für meine ersten beiden Würfe, oder „Schüsse“, die viel zu kurz gerieten, wenigstens eine gute Ausrede: Plastik rutscht eben nicht so gut wie Eis! Beim dritten Versuch jedoch packte mich der Ehrgeiz und ich wusste, ich würde meinen Befreiungsschlag starten – und er wurde es! Mit Schwung ging es über die gesamte Bahn und sogar über die Abgrenzung hinaus, sodass der Eisstock in der Finsternis kaum mehr zu finden war. Das Gelächter hörte man sicher noch am anderen Isarufer!

Wir hatten riesigen Spaß und konnten uns sowohl mit Kinderpunsch von innen, als auch von außen am romantischen Feuerofen wärmen. Anschließend ließen wir den Abend in der Menterschwaige gemütlich ausklingen. Wir alle saßen mit roten „Bäckchen“ am elegant gedeckten Tisch in wohliger Wärme und ließen uns die köstlichen Salate und Gnocchis schmecken. Diese kleinen Sangha Ausflüge bringen eine schöne Abwechslung in unser doch sehr intensives Programm.

  

Hinterher macht man sich ja immer so seine Gedanken zu dem „Erlebten“. Und bei der Gelegenheit stellte ich mir Folgendes vor: Wie schön wäre es, wenn nur ein solcher Schlag benötigt würde, um endgültige Befreiung zu erlangen! Wieviel Zeit würde man da sparen?! In diesem Sinn will ich mich selber ermahnen und mir einen weisen Spruch aus meiner Notizensammlung zu Herzen nehme: Es ist nicht wenig Zeit, die wir zur Verfügung haben – sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.

Und sogleich fallen mir wieder die so oft gehörten Worte vom „ständigen, unerschütterlichen Bemühen“ ein, und gleich darauf noch ein weiser Spruch: Die Ausdauer eines Gedankens ist der Grundstein der Verwirklichung.
Else


UNSERE KADAMPA MÄUSE

Eisstockschießen – und die Güte aller Lebewesen

Heute ist die Runde größer als sonst. Vier Freundinnen sind auf Besuch. Das liegt nicht am Fasching und noch nicht mal an den leckeren Dallmayr und Schmalznudl Faschingskrapfen, die sich in der Mitte des Tisches auftürmen. Nein, heute ist das Thema des Tages verlockender als alle Krapfen: Eisstockschießen und die Güte aller Lebewesen. Darunter kann der Besuch sich zwar gar nix vorstellen, hört sich aber interessant an.

Der Tee dampft in den Tassen. Der Duft der Krapfen strömt in ihre Nasen. Also, erstmal eine gute Grundlage schaffen. Und schon wird losgefuttert. Man hört ein leises Schmatzen und ab und zu ein wohliges „Mmh…“ „Lecker!“ „Oberlecker!“ Dann aber spitzen sie die Ohren und hören zu.

Unsere Mäuse berichten von ihrem Ausflug zur Menterschwaige, einem riesengroßen Biergarten in Harlaching. Da waren sie noch nie, werden im Sommer aber unbedingt mit den Rädern hinfahren. Wenn möglich wieder mit ihrer Sangha. Dann ist es am schönsten.

Zwischenruf: Biergarten? Im Winter? Bei Minustemperaturen? Quält ihr Buddhisten euch gern oder was? Das übliche Necken ihrer nichtbuddhistischen Freundinnen. Das kennen sie und halten‘s gern aus.

Also was war los? Eisstockschießen mit der Sangha war los. Und das geht nun mal am besten im Winter. Der Tipp mit der Menterschwaige kam von Susanne und alle waren begeistert. Ein Termin war schnell gefunden: am Samstag nach dem Kurs „Befreiendes Gebet“, das passte allen gut. Mandy hatte wieder einmal alles super organisiert.

Und die Mäuse erzählen begeistert, wie gelungen der Abend war, wie viel Spaß das gemacht hat und wie viel sie gelacht haben. Und dass sie das jetzt jeden Winter auf die KMC-Sangha-Event-Agenda setzen werden.

Die Freundinnen warten gespannt. Das ist ja alles gut & schön. Doch was hat das mit der „Güte aller Lebewesen“ zu tun? Die erste Maus, die das Thema in die Runde gebracht hat, brennt schon drauf, es zu erklären. Ist nämlich ihr Lieblingsthema!

Es war ja so, beginnt sie. Als wir ankamen, war es dunkel, und kalt war es auch, und ein fürsorglicher Kellner hatte eine große Blechtonne aufgestellt, gefüllt mit Holzscheiten, in der schon ein wärmendes Feuer prasselte. Und plötzlich war es urgemütlich und richtig heimelig. Wie gütig von ihm, dachte ich. Und ab da war der ganze Abend für mich wie eine Meditation über die Güte aller Wesen.

Fragezeichen auf den Gesichtern. JA UND? WIESO? WAS HAT DAS JETZT MIT DER GÜTE ALLER LEBEWESEN ZU TUN? Die Mäuse lachen. Sie erklären gern, wieso der ganze schöne Abend nur möglich war, weil die Lebewesen so gütig sind.

ALSO: Susanne hat den Tipp gegeben. Die Sangha hat mitgemacht. Mandy hat’s für uns gebucht. Else (mit Auto) und der Fahrer (mit Tram) haben uns hingebracht. Der Kellner hat es uns gemütlich gemacht. Die Kellnerin hat uns mit heißen Getränken versorgt. Die Eisstockbahn war für uns vorbereitet. Zwei Eisstocksets standen bereit. Die „Daube“ lag an der richtigen Stelle. Ein Eimer mit Wasser war da, damit die Bahn recht rutschig war. Erich hatte seinen Zollstock dabei, um genau zu messen, welche Gruppe Sieger war und welche Gruppe die Niederlage annehmen und der anderen den Sieg anbieten konnte. Jeder feuerte die anderen an, auch diejenigen von der „gegnerischen“ Mannschaft. Und manch einer machte wahrlich eine bella figura.  Das war sozusagen ein Heidenspaß. Später sorgten Köche für leckeres Essen im Wirtshaus und … und … und …  Sie können gar kein Ende finden, aufzuzählen, wer alles mit seiner Güte am Gelingen dieses Abends beteiligt war. Eigentlich die ganze Welt …

HALT! ruft eine Freundin. Der Kellner macht das, weil das sein Beruf ist, der Trambahnfahrer, die Kellnerin, die Köche auch. Und außerdem habt ihr dafür bezahlt. Also, was hat denn das mit GÜTE zu tun?

Diesen Einwand kennen unsere Mäuse nur zu gut. So haben sie am Anfang selbst oft gedacht. Die zweite Maus holt schnell das Buch Acht Schritte zum Glück von Geshe Kelsang aus dem Regal und liest der Einfachheit halber vor, was Geshe-la sagt, denn besser und kürzer könnte sie es den Freundinnen gar nicht erklären:

Die Tatsache, dass manche Menschen, die uns helfen, gar nicht die Absicht haben, dies zu tun, ist nicht von Bedeutung. Da ihre Handlungen uns nutzen, erweisen sie uns aus unserer Sicht Güte. Anstatt über ihre Motivation nachzudenken, die wir ohnehin nicht kennen, sollten wir uns auf den praktischen Nutzen konzentrieren, den wir haben. Jeder, der in irgendeiner Art und Weise zu unserem Glück und Wohlergehen beiträgt, verdient unsere Dankbarkeit und unseren Respekt. Müssten wir alles zurückgeben, was andere uns gegeben haben, hätten wir nichts mehr.

Und außerdem, sagt die dritte Maus, kommt auch das Geld, das wir bezahlt haben, von der Güte der anderen, zum Beispiel von denen, die uns Arbeit geben. Und dass wir überhaupt arbeiten können, meint die erste Maus, liegt ebenfalls an der Güte der anderen, die uns zum Beispiel alles beigebracht haben, was wir können.

Mmmh … mmh …mmh … ja schon … klingt logisch … ABER …

Und die zweite Maus liest weiter vor: Wohin auch immer wir schauen, wir sehen nur die Güte anderer. Wir sind alle in einem Netz der Güte miteinander verbunden, von dem wir niemals getrennt sein können. Alles, was wir besitzen und an dem wir uns erfreuen, einschließlich unseres Lebens, kommt aus der Güte anderer. In Wirklichkeit entsteht jegliches Glück, das es in der Welt gibt, aus der Güte anderer.

Erste Maus: ALLES hängt von der Güte anderer ab. Sogar unsere spirituelle Entwicklung hängt von der Güte der Lebewesen ab. Das ist eine Tatsache. Überlegt doch mal selbst. Oder lest am besten dieses wundervolle Buch.

Und es kehrt Ruhe ein. Alle schließen die Augen. Sie denken nach. Es stimmt. Ohne andere Lebewesen sind wir nichts. Wir sind keine Insel. Wir sind eher wie eine Zelle im unermesslichen Körper des Lebens, individuell und doch innig mit allen verbunden. Und es geschieht etwas Wundersames. Die ganze Welt erscheint verwandelt.

Nach einer langen Zeit, viel länger als sonst, kommt Bewegung in die Runde. WOW! Aus einer der Freundinnen, die sonst nicht viel sagt, sprudelt es hervor: Wisst ihr was? Ich habe mir vorgestellt, dass ja sogar die Menschen, die irgendwann die Trambahn gebaut haben, an dem Ganzen beteiligt sind. Und auch die, die das Eisen für die Schienen aus der Erde geholt haben, und dann sogar die  … Also echt, mir ist fast der Kopf geplatzt.

Großes Gelächter. Sie recken sich und strecken sich. Schnell wird aufgeräumt und dann geht’s noch mal kurz raus. Sie lassen sich durchs Faschingsgewühl im Glockenbachviertel treiben und sehen rundherum nur die unermessliche Güte aller Lebewesen.


LAUNEN EINES KORBFLECHTERS

Ich sehe die Kanten Beulen und Ecken in den anderen
Es sind leider die Dornen in meinen Augen
Ich werde sie sorgfältig pflücken
Und hoffe dass sie nicht nachwachsen

O karger Vogel
Wann immer ich ein zorniger Wüterich war
Verlor ich viel Gefieder
Jede Naht am himmlischen Netz
Ist genauso stark wie du
Drum füge keiner Naht Schaden zu

Eigenes Leiden bringt dich auf den Weg
Fremdes Leiden ist das zarte sanfte luftleichte Gefieder
Die Federn die zwei Flügel eines großen Vogels – öffne sie
Sonst kannst du deine Kreise nicht weit ziehen

***

Der Weg des Herzens ist ein hemmungsloser Weg
Das Herz greift niemals an
Und fürchtet sich vor nichts
Es öffnet sich hingebungsvoll
Und zieht sich bedingungslos zurück
Das Herz ist da
Wenn Würde Güte Mitgefühl und Weisheit
Sich zu einer natürlichen Ordnung verbinden

Die Fähigkeit zur Verquickung ist die Knospe
Die Blüte ist der Tanz des Windes
Zart leicht und behutsam duftet sie
Ohne Sorgen und Kümmernisse
Hemmungslos wild und doch von Liebe und Würde gezähmt
Das Herz ist ein Brunnen unendlicher Glückseligkeit und Freude
Und zugleich ein Vulkan
In dessen verborgenen Herzen
Höllen und Kriege lodern und toben

Das Herz lebt nicht in Widersprüchen
Und nicht in Synthesen
Sondern in einer Weise wo keins der beiden überwiegt
Wo keins der beiden die Führung nimmt
Wo nicht eines das andere braucht
Ein Ort ein Zustand ein Raum eine Reinheit
Wo sich alles klärt und auflöst und Kind wird
Ein Kind mit Augen nicht nur im Gesicht
Sondern Augen in den Handflächen in den Fußsohlen
Und überall am Himmelskörper
Wo die Poren zu Sternen werden

Das Herz tanzt lacht und spielt
Das ist sein Gesang
Es hat kein Lied
Das Lied bist du
Ein Gedicht
Immer wieder neu
Wie frisch geschnittenes Gras

Wenn Wunsch Absicht und Sehnsucht
mit der Erfahrung verschmelzen
Vollzieht sich der Kreis
Unerbittlich und gnadenlos
Nimmt jeder sein Herz an
Wenn nicht mit Liebe
So entdeckt er mit Mitgefühl sein Los

Manche schwer
Manche leicht
Manche nicht auf Erden
Sondern in Gefilden himmlischer Glückseligkeit
Durchwoben von kosmischer Vereinigung
Hinabgestiegen in qualvolle kriegerische Höllen
Ein Querschnitt von Leiden Schmerzen Ängsten
Eine Odyssee von Verblendungen Täuschungen und Verirrungen

Ein belangloser Bewohner der Himmel und Höllen
Ohne Heimat ohne Erde ohne Stamm
Nackt und ohne Schutz
Dennoch begleitet von guten starken Kräften
Der eigene Spiegel wacht und warnt
Und zeigt was noch zu tun ist
Ein Schild ohne Zeichen
Das sich nur ihm offenbart
Dem Betroffenen Sehenden Reisenden Pilgernden

Vonnöten ist es mehr von seiner Saat in die Erde zu setzen
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Mehr zu geben
Da zu sein
Bedingungslos und hingebungsvoll
Das Opfer geht im Kreise auf
Vollzieht sich in seiner Erneuerung
Unerschöpflich ist dieses Gut
Das Säen bittet und die Erde dankt

Vor dir kosmisches Fenster
Verneigen wir uns in Dankbarkeit

***

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