MEDITATION IN MÜNCHEN

Zentrum für modernen Buddhismus

Newsletter KMC München Dezember 2106

Liebe Freunde!

Es ist ja nicht so, dass im Dezember die Manjushri Kadampas wie alle Leute nur prajnaparamitanoch an Weihnachten denken, an Weihnachtsfeiern & Einkaufen & Schenken. Grüne TaraAber vielleicht ist es doch der besonderen Jahreszeit (oder dem Wetter) geschuldet: im VajrapaniBuddha-Shakyamuni_170x240Dezember finden weltweit nur drei Dharmafeiern statt: in Frankreich, Spanien Portugal und zwei Festivals: das Asiatische und das Australasiatische.

Also können sich die Kadampas in München und Bayern total entspannen. neuer Buddha Üma 3_448x600Sie verpassen nichts, wenn sie sich auf ihr KMC konzentrieren, dem Trubel der Weihnachtsmärkte entgehen und die ganze Palette des großen Angebots wahrnehmen. Das wär doch mal was!

Wir freuen uns auf Euren Besuch.
Euer Newsletter Team


PROGRAMMÜBERSICHT DEZEMBER

Buddha welcome

MEDITIEREN LERNEN

Buddha mit KatzeNur in der Meditation entdecken wir unser Potenzial für inneren Frieden und wahres Glück. Nur der innere Frieden ist echter Frieden und ohne inneren Frieden gibt es keinen äußeren Frieden. Schritt für Schritt lernen wir die Kunst der Meditation. Wenn man weiß, wie es geht, und den starken Wunsch hat, ist es nicht schwierig. Kommt und seht selbst!

KOMPAKTKURSE AM SONNTAG
mit Kadam Holger Hetzel

30 €, mit Starter-, Abo-, Zentrumskarte frei

woman-meditating2_320x240Sonntag 04.12.
Freiheit – die Fesseln sprengen durch Meditation
14:30 – 18:30 Uhr

Starkes Festhalten an Personen, Positionen oder Dingen ist die Wurzel unserer Unzufriedenheit, Ängste und Frustration. Starkes Festhalten an unsere eigenen Sichtweisen führt zu Konflikten und Leiden. In diesem Kurs lernen wir, wie wir das Klammern loslassen und innere Freiheit erleben können.

Bitte anmelden:
http://meditation-in-muenchen.de/freiheit-die-fesseln-sprengen-durch-meditation/


MeditationSonntag 11.12. Meditieren lernen
14:30 – 18:30 Uhr

Meditation ist das Herz eines spirituellen Weges. Durch Meditation kommen wir zur Ruhe, erleben inneren Frieden und es entsteht Raum für eine neue Richtung in unserem Leben. Komm und sieh selbst!

Bitte anmelden:
http://meditation-in-muenchen.de/kompaktkurs-meditieren-lernen-11-12/


StartSamstag 31.12.
Meditationskurs Silvester – Acht Schritte zum Glück
19:00 – 23:00 Uhr

Wir lernen, wie wir unseren derzeit verwirrten Geist durch Meditation in vollkommene Weisheit und vollkommenes Mitgefühl umwandeln können. Unser Geist ist im Kern klar und rein wie ein blauer Himmel, der von dichten Wolken verdunkelt ist. Diese Wolken wollen wir auflösen und unseren Geist zum Strahlen bringen.

Bitte anmelden:
http://meditation-in-muenchen.de/meditationskurs-silvester-acht-schritte-zum-glueck/


KOMPAKTKURSE AM DIENSTAG
Eintauchen in die Stille durch Meditation
mit Kadam Holger Hetzel
19:30 – 21:00 Uhr

20 €, mit Starter-, Abo-, Zentrumskarte frei

Festival06.12. Teil 1
13.12. Teil 2

Unser Alltag ist hektisch und voller Stress. Wir denken, wir wären frei, aber das sind wir nicht. In diesem Kurs lernen wir, unsere Gedanken zu stoppen und in eine friedvolle Stille einzutauchen. Diese Methoden bringen wir dann in unseren Alltag ein.

Bitte anmelden:
http://meditation-in-muenchen.de/eintauchen-in-die-stille-durch-meditation/


MEDITIEREN LERNEN AM DONNERSTAG

Wie wir unsere menschlichen Probleme lösen
mit Oliver Greger
18:15 – 19:00 Uhr

5 €, mit Starter-, Abo-, Zentrumskarte frei

Meditation HappinessIn dieser hektischen Welt sind unsere Erfahrungen von Glück flüchtig und kurzlebig, während uns innerer Frieden gänzlich abhandenkommt. In der Meditation entdecken wir unser Potenzial für inneren Frieden und können unser Leben mit Freude erfüllen.

01.12. – 08.12. – 15.12. – 22.12.


DER NÄCHSTE SCHRITT

Vortrag + Meditation
Allumfassendes Mitgefühl
mit Kadam Holger Hetzel

Mittwochs 19:30 – 21:00 Uhr
8 €, mit Starter-, Abo- und Zentrumskarte frei

GeistBedingungslose Liebe und Mitgefühl sind das Herz der Lehren Buddhas. In der buddhistischen Geistesschulung lernen wir, alle Umstände unseres Alltags, selbst die schwierigsten, als Chancen für unsere persönliche und spirituelle Entwicklung zu sehen.

07.12. – 14.12. – 21.12.  


Herzjuwel Meditation
mit Kadam Holger Hetzel
Mittwochs 18:00 – 19:00 Uhr
5 €, mit Starter-, Abo, Zentrumskarte frei

AtishaDie Herzjuwel Meditationen sind gut geeignet für alle, die tiefer in die Methoden des Modernen Buddhismus eintauchen möchten. In entspannter Weise können wir hier die Tiefgründigkeit und Wirksamkeit von Buddhas Unterweisungen entdecken. Einfach vorbeikommen – keine festen Gruppen.

07.12. – 14.12. – 21.12.


TIEFER EINSTEIGEN

Wenn du die Welt des Kadampa Buddhismus entdecken, eine Gemeinschaft von praktizierenden Kadampa Buddhisten kennenlernen und dich mit erfahrenen Praktizierenden austauschen möchtest, dann bist du hier richtig. Komm einfach vorbei und mach mit!

Freudvoller WEgStudienprogramm
mit Kadam Holger Hetzel

Montags 19:00 – 21:00 Uhr
Samstags 10:00 – 15:00 Uhr ( einmal im Monat)

Freudvoller Weg präsentiert den vollständigen buddhistischen Pfad zur Erleuchtung. Jede Stufe unserer spirituellen Reise wird außerordentlich klar, bildhaft und praktisch beschrieben und so ist dieses Buch ein unverzichtbarerer Wegbegleiter. Es ist alles in einem: Grundlage, Pfad und Ziel.

Wer wirklich wissen will, wie Erleuchtung „geht“, sollte mit uns dieses Buch studieren & praktizieren. Jeder ist herzlich willkommen. Es zumindest einmal versucht zu haben ist ein immens kostbarer Schritt.

05.12. – 12.12. – 19.12.


Meditationsretreat Leerheit am 17. + 18.12.
mit Kadam Holger Hetzel

mit Zentrumskarte Plus 0 €
ein Tag 25 Euro
zwei Tage 35 Euro

PrajnaparamitaDie Sutras der Vollkommenheit der Weisheit sind das eigentliche Herz der Lehren Buddhas. Buddha zeigt uns, wie alle unsere Probleme und Leiden aus unserer Unwissenheit stammen, die nicht erkennt, wie die Dinge wirklich sind. Entwickeln wir Weisheit, dann zerstören wir die Unwissenheit so wie Licht die Dunkelheit zerstört. Wir sind befreit und können alle anderen Lebewesen befreien.

Bitte anmelden:
http://meditation-in-muenchen.de/retreat-leerheit-17-18-12/


GESUNGENE GEBETE

PujaDie Teilnahme an Gruppengebeten, auch Pujas genannt, sind kraftvolle Methoden, um Buddhas Segnungen, Inspiration und Schutz zu erhalten. Jeder ist herzlich eingeladen teilzunehmen.

05.12.  Herzjuwel 18:00 Uhr
12.12.  Herzjuwel 18:00 Uhr
19.12.  Herzjuwel 18:00 Uhr
25.12.  Darbringung an den spirituellen Meister 15:00 Uhr


 Unsere Kadampa Mäuse

 Wien, Wien nur du …

Maus     Maus    Maus

 … allein sollst stets die Stadt meiner Träume sein. So singt und swingt es momentan im KMC München und die Mäuse bewegen sich unwillkürlich ein ganz bisschen im Walzertakt.

Sind unsere Mäuse etwa ihrer Traumstadt München untreu geworden? Keineswegs. München bleibt ihre Herzens-Heimat-Traum-und Sehnsuchts-Stadt, die schönste Illusion der Welt (gefolgt von Hamburg). Aber träumen ist auch schön und träumen tun sie zurzeit von Wien.

Warum Wien? fragt ihr euch vielleicht. Ganz einfach: Sie haben die 1. Österreichische Dharmafeier in Wien mitgemacht und gleich noch zwei Tage Urlaub drangehängt. Diese fünf Tage waren für sie wie ein schöner Traum und weil er so außergewöhnlich schön war, träumen sie gern noch ein bisschen weiter.

Also sitzen sie heute in der Runde und trinken keinen Tee, sondern Kaffee: Wiener Melange. Dazu köstliche Mariazeller Lebkuchen und dicke, fette, süße Kekse aus der Bretagne. Davon haben sie auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus einen großen Batzen gekauft.

Ihr spiritueller Urlaub hatte zwei Teile: einen buddhistischen (Praxis in der Meditationssitzung genannt) und einen touristischen (Praxis in der Meditationspause genannt). Der buddhistische Teil bot das volle Programm, das sie kennen und lieben: Einführung, Meditation, Ermächtigung Medizinbuddha, Kommentar, Meditation, Kommentar, Kommentar + geleitete Meditation (Mini-Retreat). Und dann weiß jeder, der will, was zu tun ist, so er denn will.

Die Mäuse sind immer noch voller Begeisterung für Gen Losangs Teachings. gen-losang-kelsang Vor allem sind sie von seiner leichten, humorvollen Art und seinen einfachen, einprägsamen und stimmigen Analogien verzaubert. Von Schmunzeln über Lächeln bis hin zu Lachen und Gelächter brandeten Wellen von Heiterkeit über die Zuhörer, entspannten ihren Geist und öffneten ihr Herz. So konnte Weisheit hereinströmen. Die Mäuse haben fleißig mitgeschrieben und nun sucht jede ihre Lieblingsanalogie heraus.

GPS! ruft die erste Maus. Schon wieder müssen sie lachen, denn schon hören sie die Computerstimme: Bitte wenden. Falsche Richtung. Bitte wenden. An der nächsten Ausfahrt bitte wenden. Also, GPS benutzen und spontan an den Guru denken, der uns die richtige Richtung weist: Befreiung und Erleuchtung zum Wohle aller Lebewesen.

Smartphone! ruft die zweite Maus. Genau. Diese kleine Blackbox ist das Tor zu anderen Wesen und Welten, man taucht ein und vergisst wo man ist. Das erleben sie tagtäglich in der U-Bahn. Und genauso war Gen Losang für die Mäuse das Tor zum Medizinbuddha in seinem Reinen Land, sie tauchten ein und vergaßen ihre gewöhnliche Welt. Also, Smartphone benutzen und spontan an die Buddhas und ihre Reinen Länder denken.

Zuflucht! ruft die dritte Maus. Zuflucht? Kurzes Grübeln. Wie war das noch mal? Sie wissen nur, dass sie dachten: Ich bin gemeint und schmunzeln mussten. Oh, genau! Zuflucht nehmen bis zur Erleuchtung, das heißt für immer, nicht nur auf dem Kissen, nicht nur bis die Freundinnen nach Hause kommen, in die man dann so gerne Zuflucht nimmt. Also, Zuflucht nehmen, wann auch immer und in was auch immer, und spontan an die letztendliche Zuflucht denken: Buddha, Dharma, Sangha.

So teilen sie ihre Notizen miteinander, öfter noch hört man Ausrufe wie „Duschen“ und dann prusten sie los und erinnern sich und freuen sich über die reiche Ernte an neuen Einsichten, frischen Vorsätzen und kleinen Erfahrungen, die sie „eingefahren“ haben.

So, das war der wichtigere Teil. Doch jetzt tauchen sie noch einmal ein in die schöne Stadt Wien. Sie schließen die Augen und verwandeln alles in eine außergewöhnliche, überreiche Darbringung:

Mit der ersten Maus gehen sie noch einmal ins I Terroni, zum Ulrich, ins Hidori, ins Marks, ins Tian, ins Café Central, ins Café Landtmann und ins Café Hawelka. Überall haben sie Leckeres wien-14-11-16-2gegessen, am liebsten das problemlos bereitgestellte köstliche Wiener Leitungswasser getrunken, Wiener Kaffeehausluft geatmet, das Wienerische genossen. Sie fahren mit der 1 bis zum kunterbunten Hundertwassermuseum, wo das Wasser im Brunnen sogar nach oben fließt, und zum nicht minder kunterbunten Hundertwasserhaus, in dem tatsächlich Menschen leben (und sehr gern, wie man hört).

Mit der zweiten Maus schlendern sie noch einmal durch die Hofburg, über die großen Plätze, durch den Graben, die Kärtner Straße, vorbei an der Oper, am Burgtheater, an Theatern und Museen, an Palästen und hochherrschaftlichen Häusern. wien-14-11-16-1Sie gehen am Abend in den mystisch-dunklen Stephansdom. In einer riesigen Kirche in Nähe der Donau, die in ihren warmen Brauntönen indianisch anmutet, sehen sie ein Marienbild, das sie an Mutter Tara erinnert. Sie bewundern die vielen Weihnachtsmärkte und staunen über die gigantisch-majestätische Weihnachtsbeleuchtung der Stadt. Das Rathaus erinnert magisch an Harry Potter und sein Hogwarts. Wien ist märchenhaft, wunderschön, alles ist dreimal so groß wie in München (oder fünfmal, wer weiß). Eine fantastische Illusion. Fast könnten sie glauben, sie hätten schon einen reinen Geist.

Mit der dritten Maus fahren sie mit der 71 bis zum Zentralfriedhof, Tor II. Sie lassen sich treiben: über den russisch-orthodoxen Teil des riesigen Friedhofs, den buddhistischen Teil und den alten jüdischen Teil, der so verwildert ist, dass ein Rudel Rehe dort friedlich leben kann. Sie entdecken sogar das versteckte Museum, lassen sich von zwei Museumswärtern in zauberhaftem Wienerisch Anekdoten und Wissenswertes über den riesigen Friedhof erzählen, zum Beispiel dass die Stadt Wien ca. 1,7 Millionen Einwohner hat, der Zentralfriedhof aber 3 Millionen! Es ist eine lebendige Meditation über Tod und Vergänglichkeit.

Zum Abschluss gehen sie ins berühmte Kaffeehaus Hawelka. Der Ober, ein Unikat, sieht aus, als sei er ihnen vom Zentralfriedhof gefolgt: groß, dürr, schwarzer Anzug, leichenblass, ernste Miene, äußerst monotone Stimme, dezentes Wienerisch. Den Dialog mit dem Ober spielen sie noch einmal genüsslich nach:

Erste Maus: Können wir bitte die Karte haben? Ober (monoton mit Grabesstimme): Wir haben keine Karte. Erste Maus: Was gibt es denn zu essen? Ober: Gulaschsuppe, Debreziner, Frankfurter Würstel, Putengeschnetzeltes, Gemüsestrudel. Zweite Maus: Nicht Süßes? Ober: Topfenstrudel, Apfelstrudel, Sachertorte. Zweite Maus: Mit Vanillesoße? Ober: Wenn Sie es wünschen. Erste Maus: Gibt es keine Buchteln?* Dafür sind Sie doch berühmt. Ober: Erst ab 20 Uhr. Dritte Maus: Warum so spät? Ober: Tradition. Doch weil die Mäuse so nett sind, wird er etwas gesprächiger und fügt hinzu: Früher gab es die Buchteln erst ab Mitternacht, wenn die Leute aus dem Theater kamen. Dritte Maus: Und wie lange konnte man essen? Ober: Bis 4 Uhr oder 5 Uhr morgens, je nachdem wie lange die Leute es wünschten.

Genauso war’s. Und das war noch einmal eine riesengroße Portion Wien pur.

Nun sitzen sie da und schließen die Augen. Sie sind froh und dankbar. Froh, wieder im heimatlichen KMC zu sein und dankbar, dass sie all dies erleben durften.

Eins aber ist klar: Die Österreichische Dharmafeier wird als Fixpunkt in ihren Kadampa Jahreskalender mit aufgenommen. Und nächstes Mal gehen sie abends um 20 Uhr ins Cafè Hawelka und essen Buchteln. Sie werden auf jeden Fall einen Tisch bestellen, außer das widerspricht der Tradition, dann werden sie’s nehmen wie’s kommt.

buchteln* Laut Wikipedia sind Buchteln, auch Wuchteln, Ofennudeln oder Rohrnudeln genannt, süße gefüllte oder ungefüllte Germknödel oder -taschen, die im Ofen gebacken werden.

 


Gras im Sonnenlicht

LAUNEN EINES KORBFLECHTERS

 

Frohlocken ist
Mit allen Wesen tanzen spielen singen und lachen
Und Luft Raum Wind tanzen mit
Frohlocken ist die Freude des Himmels
Im Herzen der Menschen

Ich bin Saite Klang und Spieler
Ich bin Krug Wasser und Dürstender

Der Saft der Freude steigt hoch zu den Wipfeln
Tanzt mit den Sternen des Himmels
Wolken staunen und entschwinden
Der Himmel bricht auf
Mein Geist taumelt durch Weite und Freude
Ruht in der Stille des Raums
Bebt leise im Schatten des Lichts
Die Freude breitet sich in allen Flüssen Seen und Tälern aus
Und fließt zu Bäumen Blumen Tieren und Menschen

 

***

 

Die Gleichzeitigkeit
Ist das Auge das Maß und das Urteil

Der Mensch ist blind
Er hat das Maß verloren
Seine Eigenschaften wirken verheerend
Sein Wille wirkt zerstörerisch
Sein Urteil ist unermessliches Unheil

Du hast Augen
Aber deine Unwissenheit ist unausweichlich und überwältigend
Du hast Augen
Aber deine Gier verschleiert deine Wahrnehmung
Du hast Augen
Aber deine Verblendung lässt dich im Leben träumen
Einem versäumten Tanz gleich

Das Netz ist zerrissen
Die Fugen sind verletzt
Das Gewebe weint
Der Mensch stirbt
Aber der Eigenwille überlebt webt wuchert zerstört

Das Herz wird von Staunen ergriffen
Von der Gleichzeitigkeit
Nichts existiert für sich allein
Alles ist Teil eines sich ewig erneuernden Geschehens
Das weit umspannte Gewebe nährt fordert und speit aus
Tod und Geburt sind Ereignisse
Die die Gleichzeitigkeit nicht berühren
Richtet sich dein Auge nicht auf das Fenster
Ist dein Leben ein versäumtes Ereignis
Wendet sich das Blatt nicht seinem Stamm und seinen Wurzeln zu
Wird es sich die Farben der Jahreszeiten
Vergebens einverleiben und fallen

Du lebst unberührt von der Gleichzeitigkeit
Die Zufälle sind deine Widerstände
Dein Glück ähnelt dem grünen Blatt
Blind und ohne Eigenspur

Wie kannst du die Elemente verachten
Die Jahreszeiten übersehen
Essen ohne an die Erde zu denken
Schlafen ohne den Himmel zu sehen
Leben ohne die Wärme der Sonne zu spüren
Und die kühle Nässe der Wolken zu riechen
Du bist der Schatten im Schatten

Gleichzeitigkeit
Ist Bewegung und Ton
Rhythmus und Stille
Ruhe und Licht
Der Mensch besudelt die Welt die Natur und ihre Kräfte
Mit seiner lähmenden greifenden Gier
Vereinsamt durch sein eigenes Gift
Abgeschnitten geteilt betäubt verarmt
Im Nebel des Lebens dahinsiechend

Die Vergangenheit verschlingt dich
Die Zukunft willst du ergreifen
Die Gegenwart verdammst du
Es geschieht dein Wille
Dein eigener Wille hat den Blick
Für Krisen Katastrophen und Dramatisches verloren
Deine Grenzen sind nicht mehr
Allmächtig dumm und ignorant bist du
Die Erde schrumpft erschrocken vor ihren Bewohnern zusammen
Dein Handeln dein Denken deine verzehrende Sicht
Diese berühren die Gleichzeitigkeit

Gleichzeitigkeit
Ist das Herz der Kreislauf und das Mark
Sie ist hemmungslos und voller Mitgefühl
Sie ist wie reine Liebe ohne Augen
Sie erwartet Dank und schenkt dir Leere
Du leidest solange du blind bleibst
Der Tod ist das Auge ohne Schlaf
Wut stärkt deine Nieren und richtet dich auf
Mitgefühl beflügeln dich und du verwandelst

Gleichzeitigkeit
Ist der Segen des Regenwaldes
Segnet mein Herz meine Augen und meinen Leib
Meine Augen werden ganz Ohr
Mein Herz hört auf zu atmen
Ich lebe ohne zu sterben
Mein Körper verliert seine Launen
Ich verwandle ohne zu werden
Eile und Langsamkeit sind einerlei
Die Zeit läuft und ertrinkt
Bis eine neue sie überholt
Ich warte nicht
Die drei Zeiten haben mich einverleibt
Wem gehöre ich wenn ich verwandelt bin?

Gleichzeitigkeit
Erfasst alles was ist
Sie ist die Kontinuität zwischen den drei Zeiten
Die Wellen des Meeres
Der Regen der Wolken
Die Tränen des Kindes
Die Pein der Entdeckungen des Menschen
Die Last ihrer Zivilisation
Die Trauerschrift eines unendlich menschlichen Gesichts
Und die erstarrten angsterfüllten Blicke der Tiere unserer Mitbrüder
Können wir noch viel ärmer werden?

Gleichzeitigkeit
Entfaltet ihr Kleid
Mit einem Wurf über die ganze Erde
Nichts bleibt unbedeckt
Keinem gehört etwas
Hautfarben sind Illusionen
Sprache ist das womit man sich nicht versteht
Unsere Ziele sind selbsterstellt
Unsere Bedürfnisse sind eingebildet
Unser Tod riecht seine Leiche nicht
Wir leben in unseren gottlosen Häusern ohne Tür und Fenster
Im Nebel unserer maßlos gierigen Augen

Gleichzeitigkeit
Kennt keine Dimensionen
Keine Orientierung und Räume
Sie schließt nichts aus
Ihre Haltung zum Guten wie zum Bösen
Ist ebenso erbarmungslos wie rücksichtsvoll
Dein übliches Auge schrumpft
Während sich dein Blick zu einer reinen Sicht weitet
Deine Eigengröße lässt nach
Die natürliche Perspektive der Phänomene erscheint allmählich
Rückt dich in das Feld
Ewig einmaliger und zugleich wechselnder Verhältnisse
Aus der Nähe siehst du nichts
Aus der Ferne erkennst du das Zusammenspiel
Der sich überkreuzenden Fäden des Unsichtbaren
In der Weite wirst du unverhofft erfasst
Du bist von Staunen und Schönheit ergriffen
Schweigen wird zu deiner Sprache
Du fällst unwillkürlich rückhaltlos
In das natürliche Lichtfeld aller Dinge zurück
In dieser allumfassenden Leere
Siehst du den immerwährenden stillen Tanz aller Erscheinungen
Im Reigen dieser Symphonie erlebst du dich selbst
Als Schimmer jener vorüberziehenden Wolken

Unser Gebet ist der Versuch
Mit gefalteten Händen inbrünstig flehend
Die Gleichzeitigkeit zu erahnen
Zu erfahren dass dein Gebet größer ist als du
Und die Gleichzeitigkeit der Weltenmeere
Zugleich ein Teil von dir ist

Die Erde atmet
Der Himmel singt
Die Sterne tanzen
Und die Kinder spielen
Das sind die Engel auf Erden

Das Herz weitet sich aus
Nunmehr gehört dir nichts
Über alles kannst du verfügen
Selbst die Menschen verneigen sich vor dir aus Freude
Die hohe Schneeweite schmilzt
Die Berge mit ihren Bäumen
Lassen etwas von ihrer Wärme erscheinen
Die großen Flüsse tauen auf
Bald werden die Kinder am Ufer spielen
Die große Fastenzeit hat nun geendet
Bald wird das große Geläut alle einladen
Am heiligen Festmahl deines Herzens teilzunehmen

 

***

 

Gras im Sonnenlicht

 

 

 

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