Unser Spruch des Monats
„Mischen’s Ihnen nicht in andre Leut nei, mischen Sie sich lieber in sich selbst nei.“

Wieder ein weiser buddhistischer Ratschlag unseres verehrten Karl Valentin. Und an was denken wir spontan, wenn wir das lesen? Natürlich an den Herzensrat des Ehrwürdigen Atisha:

„Sucht nicht bei anderen nach Fehlern, sondern sucht nach euren eigenen Fehlern und reinigt sie wie schlechtes Blut.“
Übrigens! Unsere Fotogalerie ist fertig. Schaut einfach nach http://meditation-in-muenchen.de/dies-das/
Viel Vergnügen!
Fortsetzung unseres April-Themas:
„Cherish your centre!“

Geshe Kelsang sagt: „Es gibt kein wahres Glück im Außen. Glück stammt aus der Erfahrung des Dharmas. Die Entwicklung des Glücks der fühlenden Wesen hängt von der Entwicklung des reinen Dharmas ab. Die Entwicklung des reinen Dharmas hängt von der Entwicklung von Dharma-Zentren ab. Wenn wir Dharma-Zentren verbessern – qualifizierte Dharma-Zentren schaffen – dann verbessern wir auch den Buddhadharma.“
Und was sagen die ÜMAs?
Welche Bedeutung hat ihr Dharma-Zentrum für sie?
Warum ist mein Dharma Zentrum wichtig?
Wie soll ich beginnen? Es fordert mich immer wieder auf, die Tugend des Bemühens anzuwenden, meine mir so lieb gewordene Faulheit ein Stück weit aufzugeben. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Nutzens meines Dharma Zentrums. Als ich das Üma Zentrum kurz nach meinem Burnout aufsuchte, stellte ich fest, da gibt’s einige “schräge Vögel”, gerade so wie ich einer bin. Nach vielen Jahren des mehr oder weniger Einzelkämpferdaseins im Dharma und Zen hatte ich plötzlich das Gefühl, doch nicht ganz alleine zu sein:-) So fühle ich mich im Üma Zentrum wie im Auge des Zyklons! In dieser immer mehr zunehmenden Komplexität unseres Lebens eine wunderbare Oase der Stille… mit Gleichgesinnten, die denselben Pfad gehen!
Durch die Bücher von Geshe Kelsang Gyatso habe ich erstmals die Bestätigung bekommen, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber erst die genauen Erklärungen von Bärbel zu den Texten haben mir einen systematischen Weg aus dem Dschungel von Sutra und Tantra gezeigt. Es ist gut zu wissen, dass im Üma Zentrum lauter Experten sitzen, die mir immer wieder weiterhelfen können!! Na und zu guter letzt finde ich unser Zentrum super, weil es immer wieder mal äußerst leckere Kekse gibt…und gesund sind sie auch noch! Tom
Mein Dharma-Zentrum ist für mich so wichtig,
- weil beim Verlassen des Zentrums mein Gefühl des Wohlbefindens und der Zufriedenheit ziemlich gestiegen ist - und das mit Garantie;
- weil das Zentrum wie eine Wohlfühl-Massage für Geist und Seele wirkt;
- weil ich in der Regel den ganzen Tag nicht so vielen gütigen, herzlichen und fröhlichen Menschen begegne wie dort in einem Raum;
- weil bereits beim Betreten des Zentrums die innere Stille und Ruhe sowie der innere Friede zu ahnen – und nach den ersten Minuten der Einführung in die Meditation ganz deutlich zu spüren ist;
- weil ich mich ohne mein Zentrum und die tägliche Praxis irgendwie verloren und ohne Ziel fühlen würde. Alexandra U
Unser ÜMA-Zentrum ist für mich ein Refugium,
an dem ich totale innere Ruhe finden kann. Die Hektik und Probleme des Alltags bleiben wirklich draußen vor der Tür. Das Angebot verschiedener Programme ist einfach kolossal. Es ist für jeden ein passendes Konzept dabei: Von ‘Meditieren lernen für Anfänger’, über Vorträge, Studium, Retreats, Pujas etc. bis hin zu einer qualifizierten Dharma-Lehrer-Ausbildung gibt es eine ganze Palette von Auswahlmöglichkeiten.
Durch die unermüdliche und kreative Arbeit unserer ‘Macher’ und die Hingabe unserer sehr, sehr engagierten Dharma-Lehrer bleiben nur ganz wenige Tage pro Woche, an denen man sich nicht ins Zentrum “flüchten” könnte. Ich meine – flüchten aus sinnlosen Aktivitäten und eintauchen in eine Atmosphäre von positiver, gebündelter, geistiger Kraft Gleichgesinnter! Unsere Sangha ist mir sehr wichtig. Die entspannte, fröhliche Stimmung vermittelt ein Gefühl von Vertrauen und Geborgensein; dennoch wird man immer wieder angespornt, den Pfad weiterzugehen. Kein Wunder – bei so vielen guten Vorbildern!
Wenn ich mal länger abwesend bin, dann vermisse ich das `kollektive OM AH HUM’. Ich liebe die Meditation unter Anleitung und spüre wie Geshe-la allgegenwärtig ist. Unser Zentrum ist wirklich ein ganz besonderer Ort. Manchmal muß ich mich schon zwicken und mir vor Augen halten, dass ich mit nur zehn Minuten U-Bahn-Fahrt an einen `Platz an der Sonne` mit unendlich vielen Möglichkeiten gelangen kann. Else
Ein Leben ohne Zentrum?
Heute kann ich mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie mein Leben ohne unser Zentrum wäre. Immer, wenn ich vorhabe, hinzugehen, freue ich mich darauf. Es ist ein Platz, an dem ich abschalten, meinen Alltag auch mal vergessen kann und viele wichtige Einsichten für mein Leben gewonnen habe. Außerdem ist es ein Ort der Ruhe, was einem vor allem dann besonders auffällt, wenn man sich am Samstag Nachmittag direkt vom Zentrum aus ins emsige Treiben am Viktualienmarkt begibt! Der Unterschied ist mindestens so wie zwischen dem Oktoberfest und einer Wellnessoase. Das Schöne ist aber auch, dass ich dort immer nette und mir inzwischen sehr vertraute Menschen treffen kann. Gabi
Aus dem Leben der Kadampas
“Meine ersten 100 Tage”
Die Newsletter-Redaktion bat mich einen Beitrag für den Newsletter „Meine ersten 100 Tage als Zentrumslehrer“ zu schreiben … und jetzt sitze ich hier und muss mir was überlegen…
100 Tage sind ja nicht gerade eine lange Zeit und sind auf der einen Seite schnell vorbei gewesen. Auf der anderen Seite scheinen mir seit Jahresanfang schon Äonen verstrichen zu sein. Die grauen Haare, die Mandy bei mir in letzter Zeit öfters zu entdecken meint, kommen allerdings – sollten sie sich wirklich vermehrt haben – eher von meinem Geist, den es Energie kostet sich an neue Dinge zu gewöhnen, während es mir die Münchner Sangha so leicht und angenehm macht, wie nur vorstellbar.
Viele Aktivitäten haben in den letzten Monaten im Üma Zentrum stattgefunden – Retreats, Lehrerausbildungsprogramm, Vorträge, Meditationen, Basiskurse - und meine Tage waren ausgefüllt mit Vorbereitung, Vorträge halten, Arbeit, Mails schreiben (Hauptpraxis), Programmplanung und vielem mehr. Meine Erfahrung bis jetzt ist: Auch wenn ich machmal müde bin – Freude macht es immer!!! Von welchem Job kann man das schon behaupten?
Dass der Übergang im Üma Zentrum bis jetzt so gut gelaufen ist, ist hauptsächlich jedem einzelnen „Ümaten“ zu verdanken!!! Und warum? Weil jeder sich mit einem offenen Geist in die neue Situation gestürzt hat. Weil jeder mit dem Strom rudert. Weil sich jeder einbringt, mithilft, neue Aufgaben übernimmt (manche sogar ganz schön viele!). Weil jeder vom Kadamdharma begeistert ist und natürlich von unserem Zentrum. Deshalb: Allen Ümas Respekt! Und vielen Dank!!!
Bärbel und mir ist – nachdem wir den Platz getauscht haben (Thron und Meditationsmatte) – klar geworden, dass „Zentrumslehrer“ eine bloße Zuschreibung ist. Besonders mir ist das klar, da sich zwar meine Aufgaben, nicht aber meine inneren Qualitäten vermehrt haben. Was die Entwicklung der inneren Qualitäten anbelangt, scheint mir der Job des Zentrumslehrers eine perfekte Möglichkeit zu sein, genau daran zu arbeiten (es bleibt also noch Hoffnung).
Wie sagt Geshe-la immer? „RT is the best job!“ Warum sagt er das? Weil man leicht sein ganzes Leben dem Dharma widmen kann. Es bleibt ja automatisch nicht viel Zeit für Unsinn übrig. Weil man in dem ganzen Trubel schnell das Gefühl entwickelt: „Ich muss mich wirklich auf meinen spirituellen Meister verlassen und versuchen andere wertzuschätzen!“ (Notfallplan) Und weil Dharma nie langweilig wird!!!
Ich erfreue mich also an dieser guten Gelegenheit und wünsche dem Üma Zentrum, dass es immer randvoll von begeisterten Praktizierenden ist, die fröhlich und in Harmonie für das Erblühen des Kadamdharmas in München und Bayern „schuften“!!! Holger
Und wie immer kommen bei uns alle zu Wort.
Deshalb hier einige Beiträge zu Holgers ersten 100 Tagen
“Hut ab Holger !”
Die ersten 100 Tage als RT – ist wirklich erst sooo… wenig Zeit vergangen? Wenn ich ihn da vorne auf dem Thron sitzen sehe und seinen Worten lausche, dann kommt es mir vor, als säße er schon ewig an diesem Platz und würde uns mit seinen Vorträgen bannen, inspirieren, zum Nachdenken bringen, unsere negativen Gewohnheiten entlarven – kurz gesagt uns einfach begeistern. Ich muß ehrlich zugeben, daß ich mich in den letzten Jahren öfters dabei ertappt habe zu denken: „Was wird aus unserer Sangha, wenn Bärbel und Alex mal nicht mehr unsere Schafhüter sein werden?“ Und habe dabei schon erkannt, daß dies nur meine Anhaftungen an sehr geschätzte Menschen sind. Nun war die Situation plötzlich da! Gut, ein Vortrag, eine Meditation wurden von Holger vertretungsweise schon öfters mal übernommen. Auch im Grundlagenprogramm hatte man sich schon längst an ihn gewöhnt. Aber dann kam das erste Wochenend-Retreat … ich war gespannt. Ich muß gestehen, daß ich sehr freudig überrascht war. Einen solch nahtlosen Übergang hatte ich wirklich nicht erwartet.
Ich kann nur konstatieren; er muß immer ein verdammt aufmerksamer Schüler seiner Lehrer gewesen sein. Der Vortrag im Gasteig hat mir auch sehr gut gefallen. Bei diversen Diskussionen und kniffligsten Fragen der Schüler: Holger weiß immer eine Antwort. Das alles kriegt man nur auf die Reihe, wenn man den Dharma tief im Herzen verankert hat. Und so schließe ich mit den gleichen Worten, mit denen ich begonnne habe:
„Holger, Chapeau!“ Else
.
100 Tage Holger . . .
Jetzt sind schon über 100 Tage vergangen, seitdem Holgi aufs vorderste Meditationskissen vorgerutscht ist. Wie waren diese 100 Tage? Als ich mir da so meine Gedanken machte, wollte ich ganz objektiv Pro und Contra auflisten. Und weil man halt so in der Gewohnheit drinsteckt, fing ich mit dem Negativen an. An diese Dinge kann ich mich ja sowieso viel, viel besser erinnern, weil diese wunderbar im Ultralangzeitgedächnis gespeichert und immer im Kurzzeitgedächtnis präsent sind. Dachte ich! Ich nahm also den Stift, setzte ihn auf´s Blatt und erwartete, dass die Gedanken nur so hervorsprudeln würden. Und was passierte?? Nichts! Gaaar nix!!! Totaler Blackout. Ich war schockiert. Das ist mir seit der Schulzeit nicht mehr passiert. Was ist los? Gedächtnisschwund? Demenz? In meinem Alter??
Frustriert wandte ich mich, eigentlich eher hoffnungslos, den positiven Aspekten zu. Ich knabberte kurz an meinem Bleistift und schwupps fiel mir das erste Stichwort ein: Vorbild. Dann gleich das zweite: humorvoll. Dann: Leichtigkeit, hingebungsvoll, freundlich, höflich, tolerant … Und ich kam immer wieder zurück zum Vorbild, weil ich finde, dass er das wirklich repräsentiert. Er ist gewissenhaft und zeigt uns, wie man Buddhismus mit der nötigen Leichtigkeit, dem nötigen Humor und mit vollem Vertrauen auf die Reihe bringt – auch als Laie!
Nachdem mein Gehirn nun voll angelaufen war, schwenkte ich schnell wieder zur Contra-Seite, weil da stand ja noch nix. Und . . . BLÄCKAUT … Schon wieder! Naja, ich werd´ wohl, weil heute offizieller Redaktionsschluss ist, die Contra-Seite im nächsten Newsletter nachreichen müssen.
Bis dahin ist nur zu sagen: „Holger und Mandy, macht weiter so ihr seid ein gutes Team.“ Und wenn ich mal wieder mit Holger verwechselt werde, dann nehme ich´s als Kompliment und wenn es Arbeit ist, dann reich ich sie heiter weiter an den Leiter. Oli
.
Zwei Bodhisattvas tauschen die Plätze
Ich denke, es ist durchgedrungen, dass wir in München einen kleinen Wechsel hatten. Mit den Jahren ändert sich also auch etwas im Üma Zentrum. Bärbel räumte den Platz als Zentrumleiterin und machte den Weg frei für Neues. Aber eigentlich blieb alles beim Alten. Holger wurde unserer Neuer und doch … irgendwie war es uns, als ob alles beim Alten blieb. Denn auch Holger ist bekannt für seine Hingabe und sein großes Dharma-Wissen. Manchmal macht er sicher zu viel … vielleicht zum Leidwesen von Mandy. Aber das war bei Alex und Bärbel auch schon so. Der Wechsel war so harmonisch, dass sogar dem Letzten klar wurde: Da haben wir ganz viele Segnungen von den Buddhas und von Geshe-la bekommen.
Abschließend kann man wohl sagen: Zwei Bodhisattvas haben einfach nur die Plätze getauscht und wir Münchner sind vom Glück doppelt begünstigt. So hoffe ich, dass die Segnungen nie aufhören und dass Holger stets Freude hat bei seiner Arbeit mit dem Haufen Wilder im Zentrum. Toi! Toi! Toi! Petra aus der Au
Aus dem Leben der Üma – Mäuse
Wie funktioniert ein Zentrum? – Teil 1

Das Zentrum brummt. Vorträge. Meditationen. Retreats. Basiskurse. Pujas. Studienprogramme. Kinderdharma. Schulklassen. Und noch vieles mehr. Die Mäuse kommen kaum zum Verschaufen. Zum Glück brauchen sie immer weniger Schlaf. Kurz ins Klare Licht abdüsen. Schon sind die Batterien wieder aufgeladen.
Und es gefällt ihnen ja ungemein. Je mehr Menschen ins Üma kommen und vor allem je öfter die Ümas ins Zentrum kommen, umso besser. Umso mehr Fröhlichkeit. Umso mehr Energie. Umso mehr Kadamdharma. Umso mehr lebt Sangha.
Heute aber ist es ausnahmsweise ganz still. Alle Ümas sind in Schloss Sommerswalde bei der Deutschen Dharma Feier. Nur die Mäuse sind zu Hause geblieben. Erstens müssen sie mal verschnaufen. Zweitens wollten sie ihre Sangha mit einem spontanen Frühjahrsputz überraschen. Nach dem Motto: Alles neu macht der Mai
Nun sind sie fertig. In jeder Beziehung. Und haben sich eine Runde für Schleckermäulchen verdient. Zur Feier des Tages gönnen sie sich Schokoladenmaikäfer vom Dallmayr. Dazu Eisschokolade in Haferln vom Käfer aus der Schrannenhalle. In der Mitte prangt ein Maiglöckchenstrauß vom Viktualienmarkt. Genau so lieben sie es nach getaner Arbeit. Selbstverständlich ohne Anhaftung. Ehrenwort!
Lange Zeit nur Knabbern und Schlürfen, wohliges Seufzen und schmatzendes Behagen. Mmmh! Lecker! Köstlich! Unglaublich! Oberfein! Gorgeous! Delicious! Yummy! Aha, Englisch können sie also auch!!!
Nach einer gefühlten Ewigkeit durchbricht die erste Maus die Stille: Was ich mir die ganze Zeit überlege ist: Warum funktioniert unser Zentrum so gut? Ich finde das erstaunlich.
Zweite Maus (satt): Einfach Karma!
Dritte Maus (pappsatt): Du sagst es! Was sonst?
Erste Maus (kennt ihre Pappenheimer): O nein. So kommt ihr mir nicht davon. Seid nicht so faul. Das war eine echte Frage. Ich denke schon die ganze Zeit darüber nach. Karma, ja klar. Alles ist Karma. Aber alle Auswirkungen haben ihre speziellen Ursachen. Und darüber sollten wir mal reden.
Zweite und dritte Maus (herzhaft gähnend): Und du meinst, darüber sollten wir wirklich jetzt nachdenken? Nach all der Arbeit? Mit unseren Bäuchen? Ah geh zua!
Erste Maus lässt nicht locker: Genau das meine ich. Wir haben Zeit. Und still ist es auch. Lasst uns drüber nachdenken. Dann fassen wir unsere Gedanken zusammen. Das ist die zweite Überraschung für unsere Ümas. Die werden staunen, wenn sie aus Berlin zurückkommen.
Na gut. Wenn sie das unbedingt will. Dann ist nichts zu machen. Das kennt man. Also. Hinsetzen. Rücken gerade. Augen zu. Gong. Leises Schnarchen. Kichern. Stille. Konzentration. Gong. Gong. Gong.
Die dritte Maus beginnt. Wie ihr alle wisst, war sie ja mal beim BUND. Was? Wo war die? Ach, ihr wisst das nicht? Doch sie war bei der Bundeswehr. Sogar freiwillig! Warum? War einfach scharf auf Abenteuer. Aber dann – nach ein paar Jahren – die Umkehr! Wie bei Angulimala. Kriegsdienst verweigert. War ziemlich hart im Außen, aber ganz einfach im Innern. Dann im Üma gelandet. Geshe-la begegnet. Fertig! Das nennt man Verwandlung.
Unsere dritte Maus blinzelt also ins Licht: O Mann! Ich habe an meine Zeit beim BUND denken müssen. An den Unterricht in Taktik. Was klappt und was nicht und warum nicht? Und eins weiß ich jetzt genau: Es liegt an der Befehlsstruktur in unserem Zentrum. Die ist genial.
Erste und zweite Maus (mit offenem Mund): An was?! Befehlsstruktur? Sowas haben wir? Wie denn? Wo denn? Wer befiehlt denn hier? Du machst wohl Witze!
Dritte Maus (lacht): Eben! Merkt man gar nicht. Das ist ja das Geniale. Also hört zu. Es gibt zwei Arten von Taktik. Eine Befehlstaktik, die ist sozusagen vertikal – Befehl von oben muss befolgt werden. Basta! Wenn es nicht geht, dann muss man oben zurückfragen. Bloß keine Eigeninitiative. Sonst gibt’s echt Ärger.
Erste Maus (ängstlich): Was für’n Ärger?
Dritte Maus (kopfschüttelnd): Degradierung halt. Rausschmiss. Egal. Ist jetzt nicht wichtig. Aber eins ist klar … das funktioniert nicht wirklich gut. Nicht mal bei der Army. Deshalb verlieren die … auch alle Kriege, die sie anzetteln.
Erste und zweite Maus (abwehrend): Bitte, keine Politik!
Dritte Maus: Nein, nein! Keine Sorge. Keine Politik. Aber es funktioniert eben nicht. Weder in der Armee, noch in einem Unternehmen und schon gar nicht in einem Dharmazentrum. Die andere Variante nennt man Auftragstaktik, das ist so … na eben wie bei uns.
Erste Maus (erstaunt): Auftragstaktik? Wie bei uns?! Kapier ich nicht.
Zweite Maus (platzt raus): Na klar. Wie bei uns. Ich verstehe das. Wir haben einen Auftrag. „Make people happy!“ sagt Geshe-la. Mehr nicht. Und weil nicht einer allein wissen kann, wie das geht, darum wird bei uns alles diskutiert. Wie der Schrein aussehen soll. Welche Schalen wir bekommen. Welchen Prospekthalter wir wollen. Wer wann putzt. Wer wo hilft. Welche Kurse wir uns wünschen. Welches Buch wir studieren. Und so weiter. Und so fort. Das letzte Wort – und die ganze Bürde der Verantwortung – haben natürlich Holger fürs Spirituelle und Christian fürs Materielle. So geht’s!
Erste Maus (erleichtert): Ach, das meinst du? Ja, das ist das Schöne bei uns. Zwar manchmal anstrengend und ein bisschen langwierig. Aber dafür klappt es. Und alle sind beteiligt. Keiner wird ausgeschlossen. Gemeinsam kommen wir auf die besten Ideen …
Erste Maus: … und die besten Lösungen!
Dritte Maus: Genau. Deshalb funktioniert unser Zentrum so gut. Alles klar?
Wow! Die Maus ist gut. Hat es genau erfasst.
Da meldet sich die zweite Maus zu Wort: Mir ist auch etwas eingefallen.
Erste Maus: Mir auch! Aber ich bin sooooo müde. Mir fallen grad so die Augen zu.
Dritte Maus (gähnt herzhaft): Mir auch! Heute haben wir genug getan. Finde ich.
Zweite Maus (erleichtert): Find ich auch! Verschieben wir’s aufs nächste Mal.
Genau. Genau. Genau. Große Erleichterung. Das Thema ist zu wichtig. Das wollen sie in aller Ruhe fortsetzen. “Nur net hudle.” Und Burnout schon mal gar nicht. Sie essen die Reste. Räumen ab. Räumen auf. Summen und brummen. Sind ganz zufrieden. Sie denken ein bisschen ans KMC. Sie freuen sich auf ihre Sangha. Die werden staunen. Und wir? Wir freuen uns auf die Fortsetzung!

Launen eines Korbflechters
Wo keine Insel zu sehen ist finde ich eine Zuflucht
Wo nur Leiden zu sehen ist erahne ich das andere Ufer
Wo keine Buddhas zu sehen sind spüre ich die Freude ihrer Blicke
Wo Rezitation zu hören ist öffnen sich mir tausend Fenster
Wo nur Widerspruch zu finden ist wende ich die Not in Weisheit um
Nach einem langen Fall
Öffnet sich der Fallschirm
Ich komme auf den Boden
Auf die Erde auf das Kissen – zu mir selbst
Je tiefer der Fall umso stärker die Sehnsucht
Möge ich unter dem Bodhi Baum weilen
Und mit anderen deinen Schatten teilen
Mögen deine Blätter mich mit ihren goldenen Strahlen schützen
Mögen deine starken Äste und Zweige mich nicht fallen lassen
Möge die Sonne dein erhabenes Antlitz durchfluten
Und Weisheit sich zu deinem Lächeln entfalten
Möge der Mond sie aufnehmen und in uns erden
So daß auch wir zu jener Größe werden
Unsere Praxis braucht Sonne Wind und Erde
Zeit ist unsere Erde
Freude unsere Sonne
Und unser Lehrer ist der Wind
Unsere Praxis muß ein- und ausatmen
Gleichmäßig mittig und fließend
Dann sind wir frei wie der Adler am Himmel
Geburt ist der große Schatten
Der Tod der kleine Schatten
Der Weg ist die Mitte
Ich das Nadelöhr
Das den Himmel weitet
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7. Mai 2012
19:30 – 21:00 Uhr
Jeden Dienstag

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